Kurzbiographien der jüdischen und aus dem Judentum stammenden Urologen

Stand: 20.5.2011

Bearbeitet: Julia Bellmann, M.A.

 

Abelsohn, Hans, Dr. med.

geb.: 30.5.1895 in Bernburg/ Anhalt

gest. :28.7.1967 in Palos Verdes/ USA

Approbation: 1919

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Studium: Halle und Freiburg i.Dr.

Adresse: 1933, 35, 37

Leipzig, Frankfurter Straße 6

Privatadresse 31-38

Gohliser Straße 15

Tätigkeiten: 1919- 21 Assistenzarzt in Magdeburg

Dr. Hans Abelsohne war seit 1921 in Leipzig als Dermatologe niedergelassen und seit 1929 Mitglied der Medizinischen Gesellschaft zu Leipzig. Durch seinen Dienst im Ersten Weltkrieg als Offizier konnte er seine Praxis nach 1933 weiterführen. Daneben war er auch politisch und sozial engagiert, so war er z.B. seit 1922/23 Mitglied der Leipziger Loge.  Aber engagierte sich auch besonders im jüdischen Bereich, so war Mitglied oder Vorstandsmitglied der jüdischen Gesellschaft der Freude, des Vereins der jüdischen Studentenhilfe und der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, wo er sogar Präsidiumsmitglied des Bezirks war. 1935 bis 36 war er der Gemeindevertreter der Jüdischen Gemeinde in Leipzig und der Erste Vorsitzende des Jüdischen Kulturbundes, den er 1934 mitbegründet hatte. Nach dem Entzug seiner Approbation Ende 1938, floh er nach Prag in das amerikanische Konsulat und erhielt dort ein Visum für die USA. Die Ausreise erfolgte über Rotterdam in die USA, seine Familie folgte ihm im März desselben Jahres. Dr. Abelsohn ließ sich mit einer eigenen Praxis in Chicago nieder.

 

Aber, Max Dr. med.

geb.:29.12.1895 in Oppeln/ Schlesien

gest. 24.8.1974 in Hyannis Port/ Massachusetts

Approbation: 3.3.1921

Fach: Urologie/ Haut- Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Studium: Freiburg, Berlin

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin- Charlottenburg, Kantstraße 10

Mai 1937

Berlin-Charlottenburg, Kurfürstendamm 184

Tätigkeiten: Volontär Assistent an der Breslauer Uni- Klinik

               Volontär Assistent am Berliner Rudolf-Virchow- Krankenhaus, Abt. Hautkrankheiten

               Assistenzarzt in Berlin-Charlottenburg

Dissertation: „Über Carzinome auf Röntgenbestrahlter Haut“, Breslau 1923

Dr. Aber war 1915 Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg, erst an der Front später als Sanitätssoldat. Aufgrund dessen fiel er unter den Frontkämpfererlass und durfte bis zum Entzug seiner Approbation am 13.9.1939 praktizieren. Wenige Tage zuvor, am 1.9., verließ er mit seiner Familie Deutschland in Richtung USA. Er siedelte sich in Yarmouth Port an und erhielt 1940 die amerikanische license. Er wurde Mitglied der A.M.A.

 

Alexander, Artur, Dr. med

geb.: 21.6.1873 in Berlin

gest.: ?

Approbation:1897

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35

Berlin, Lietzenburger Straße 16

Tätigkeiten: bis 1933 Chefarzt am Berliner Krankenhaus Charlottenburg

Dr. Arthur Alexander emigrierte am 12.8.1935 nach England.

 

Amster, Siegfried, Dr. med.

geb.:17.6.1894 in Hannover

gest. :?

Approbation: 1920

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Kassel, Untere Königsstraße 65

Tätigkeiten: 1924- 26 Ausbildung an der Universitätshautklinik Breslau bei Jadasohn

1926- 27 an der Universitätshautklinik Göttingen

Dr. Amster emigrierte am 19.6.1939 nach Großbritannien.

 

Arnheim, Alfred Leopold, Dr.med.

geb.: 26.11.1870 in Berlin

gest.: 29.12.1942 in Theresienstadt

Approbation: 26.6.1894

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: ledig

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Brunnenstraße 194

Tätigkeiten: 1894- 96 Ausbildung an Berliner Poliklinik für Harnkrankheiten

               1896- 99 Ausbildung am Obdach Berlin in der Dermatologischen Abteilung

Dissertation: „Zur Casuistik der Zwerchfellhernien“, Gießen 1896

Dr. Arnheim ließ sich am 3.8.1903 in Berlin nieder als Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Er praktizierte dort bis zum Entzug seiner Approbation am 9.12.1938. Er wurde am 3.10.1942 nach Theresienstadt deportiert, wo er knappe 3 Monate später verstarb.

 

Ascher, Ernst, Dr. med.

geb.: 12.1.1876 in Jastrow

gest. :15.5.1944 in Auschwitz

Approbation: 1899

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Krefeld- Uerdingen, Westwall 63

Dr. Ascher wurde am 25.7.1942 nach Theresienstadt deportiert und von dort am 15.5.1944 mit Transport Nr. Dz. nach Auschwitz verlegt, wo er als verschollen gilt.

 

Badrian, Max, Dr.med.

geb.: 19.6.1873 in Glogau

gest.: 18.7.1943 in Berlin  - Suizid

Approbation: März 1898 in Leipzig

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Berlin und Breslau

Adresse: 1933, 35

Berlin, Schönhauser Allee 156

1937

Berlin- Lichterfelde, Lange Straße 5/6

1942

Berlin- Lichterfelde, Grabenstraße 12

Dissertation: „Casuistik der Friedreich’schen Krankheit“, 1898 in Leipzig

Der Spezialarzt für Urologie und Haut- und Geschlechtskrankheiten ließ sich im August 1903 nieder. Nach dem Entzug seiner Kassenzulassung am 9.4.1936 und dem Verlust seiner Approbation 1938 beginn er am 18.7.1942, wahrscheinlich mit Blick auf die drohende Deportation, Selbstmord. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof Berlin Weißensee beigesetzt.

 

Bär, Ernst, Dr. med.

geb.: 7.6.1895 in Eppingen

gest. : 13.10.1937 in Stuttgart durch Suizid

Approbation:  1923

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Stuttgart- Cannstadt, Königsstraße 43

1935, 37

Stuttgart, Bahnhofstraße 14

 

Balog, Ladislaus Dr. med.

geb.:17.11.1887 in Dombovas/ Ungarn

gest.: ?

Approbation: 31.7.1922

Adresse: 1933, 35, 37/ noch November 37

Berlin, Rankestraße 33

Dr. Ladislaus Balog ließ sich im Juni 1925 als Facharzt für Urologie nieder. Ihm wurde bereits 1933 die Kassenzulassung entzogen, wogegen er Einspruch erhob. Seinem Einspruch wurde stattgegeben und als Frontkämpfer, durfte er weiter praktizieren. Im selben Jahr warf man ihm „kommunistische Betätigung“ vor, doch auch diesmal behielt er seine Kassenzulassung. Sie wurde Dr. Balog er 1937 endgültig entzogen, privat hat er danach noch weiter behandelt. Sein Schicksal nach 1937 ist bisher noch nicht geklärt

 

Bardach, Kurt, Dr. med.

geb.:3.9.1887 in Kreuznach

gest. :?

Approbation: 1912

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35

Düsseldorf, Duisburger Straße 134

Tätigkeiten: 1910- 14 Ausbildung an der Universitätshautklinik Heidelberg

Dr. Bardach emigriert am 12.4.1937 nach New York/USA.

 

 

Baum, Julius, Dr. med.

geb.: 30.11.1875 in Nordheim/Bayern

gest.: 7.11.1964 in Berlin-Schöneberg

Approbation: 1899

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet in Mischehe, 1 Kind

Konfession:

Studium:Würzburg

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Potsdamer Straße 123a

1937

Berlin, Potsdamer Straße 41

Tätigkeiten:1900- 01 Ausbildung in Berlin bei M. Joseph, dem Spezialisten für Haut- und

               Geschlechtskrankheiten

               1901-03 Ausbildung an der Breslauer Universitätshautklinik bei A. Neisser

               1938- 41 Krankenbehandler

               Ab 1946 wieder Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Dissertation: „Beiträge zur Kenntnis der Muskelspindeln“, 1899 in Würzburg

Dr. Julius Baum ließ sich nach seiner Ausbildung mit dermatologisch-venerologischen Schwerpunkt in Berlin im Dezember 1903 nieder. Durch seine Ehe mit einer „Arierin“ war er vor einer Deportation weitestgehend geschützt und praktizierte nach dem Entzug seiner Kassenzulassung am 9.12.1938 bis 1941 als Krankenbehandler weiter. Ab 1946 ist er wieder als Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankenheiten zugelassen und praktiziert ab 1951 auch wieder.

 

Baumann, Franz Julius A., Dr.med.

geb.: 18.6.1896 in Stettin

gest.: 9.12.1977 in Chicago/ USA

Approbation: 1922

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Berlin, Greifswald, Königsberg und Freiburg

Adresse: 1933

Berlin- Schöneberg, Hauptstraße 83

1935, 37

Berlin- Friedenau, Rheinstraße 18

Dissertation: „Beziehungen zwischen Myom, Corpuscarcinom und Sarcom unter Berücksichtigung der Strahlenbehandlung“, 1923 in Freiburg

Dr. Franz Baumann war zu Beginn des Ersten Weltkrieges freiwilliger Krankenpfleger beim DRK und ab dem 15.6.1916 Sanitätsunteroffizier. Sein geleisteter Dienst wurde nicht als Frontdienst anerkannt und somit wurde ihm bereits am 1.7.1933 die Kassenzulassung entzogen. Ende Juni 1938 emigrierte er in die USA nach Chicago. Im darauf folgenden Jahr erhielt er seine amerikanische license und wurde Mitglied bei der A.M.A.

 

Beer, Heinrich, Dr. med.

geb.:27.10.1859 in Sankt Ingbert

gest. : 14.6.1938 in München

Approbation:

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Adresse: 1933

München, Lindenschmitstraße 15

1935, 37

München, Herzog- Heinrich- Straße 10

 

Bender, Ernst, San. Rat Dr. med.

geb.:2.10.1867 in Osthofen/ Hessen

gest. :1939 in Wiesbaden

Approbation: 1891

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Wiesbaden, Taunusstraße 12

1935, 37

Wiesbaden, Juliusstraße 3

Tätigkeiten: 1891- 93 Ausbildung an der Universitätsklinik Breslau bei Neisser

Sanitätsrat Ernst Bender war seit 1913 niedergelassen bevor er 1933 seine Praxis nicht mehr führen durfte.

 

Bender, Max, San. Rat Dr. med.

geb.:24.6.1861 in Böhl

gest. :27.9.1942 in Theresienstadt

Approbation:  1885

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933,35, 37

Düsseldorf, Kreuzstraße 56

27.9.1938 nach Wiesbaden, Leberweg 15 verzogen

Tätigkeiten: 1885-88 Ausbildung in Bonn

Sanitätsrat Dr. Max Bender wurde am 1.9.1942 nach Theresienstadt deportiert und verstarb dort noch im selben Monat.

 

Berg, Georg, Dr. med.

geb.: 6.2.1862 in Ratibor

gest. : 12.12.1936 in Frankfurt/ Main

Approbation: 1888

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Breslau

Adresse: 1933

Frankfurt a.M., Kaiserstraße 60

1935, 37

Frankfurt a.M., Mainzer Landstraße 19

Dr. Berg hatte seit 1890 eine Praxis in Mühlhausen im Elsaß, er ging aber bald nach Paris zu Prof. Guyon. Später ließ er sich in Frankfurt nieder und war dort bis zu seinem Tod 1936 ansässig.

 

Bernhard, Siegfried Saul, Dr. med.

geb.:7.8.1887 in Berlin

gest.:

Approbation: 1913

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet in Mischehe

Studium: Straßburg, Berlin

Adresse: 1933

Berlin- Lichtenberg, Deutschmeisterstraße 13

1935, 37

Berlin, Warschauer Straße 17

1939, 1941

Berlin, Deutschmeisterstraße 2

Dissertation: „Osmotischer Druck und Eiweissgehalt des Blutes alimentär intoxizierter Säuglinge“, 1913 in Leipzig

Dr. Bernhard ließ sich am 17.10.1920 und konnte, geschützt durch seine Mischehe, bis zum Entzug seiner Kassenzulassung am 9.12.1938 praktizieren. 1939 wird er als Krankenbehandler geführt. Zusammen mit seiner Ehefrau emigriert er am 26.3. 1941 in die USA, nach New Jersey, wo er erst 1948 die amerikanische license erhält.

 

Bernkopf, Martin, Dr. med.

geb.: 23.10.1877 in Fürth

gest. : ?

Approbation: 1900

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse:

Tätigkeiten: 1900- 02 Ausbildung in Berlin an der Chirurgisch-gynäkologischen Privatklinik Dr. Boll

1902- 05 Assistent an der Universitätshautklinik in Freiburg i.Br.

Dr. Martin Bernkopf emigrierte am 21.3.1939 nach Palästina und arbeitete dort unter der Lizenz Nr. 3346 in Jerusalem/ Tel Arza.

 

Bernstein, Moritz, Dr. med.

geb.:17.1.1869 in Walddorf bei Meiningen

gest. :18.5.1934

Approbation: 1896

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: : 1933

Kassel, Kölnische Straße 2

Tätigkeiten: 1896- 97 Ausbildung in Wien bei Kaposi, Neumann und Finger

 

Bessunger, August, Dr. med.

geb.: 8.11.1887 in Darmstadt

gest.: nach Deportation am 8.11.1943 in Auschwitz verschollen

Approbation: August 1912

Studium: Heidelberg, Bern, Berlin und Bonn

Fach: Urologie

Adresse: 1933, 35

Berlin, Kronprinzenufer 21

1937

Schlieffenufer 12

1937

Oranienstraße 131

1943

Berlin-Mitte, Große Hamburger Str. 26 (Sammellager)

Tätigkeiten: vor 1919 in Bonn an einer Klinik für Geschlechtskrankheiten tätig

               Ende 1919- 1921 am Berliner Institut Hirschfeld tätig

Dissertation: „Untersuchungen über Dermatomykosen an der Bonner Hautklinik“, 1915 in Köln

Dr. August Bessunger ließ sich nach seiner Tätigkeit im Institut Hirschfeld mit einer eigenen Praxis nieder und erhielt am 19.9.1924 seinen Facharzt für Urologie. Bis 1937 konnte er seine Praxis weiterführen. Am 5.6.1943 wurde er in Polizeihaft genommen, musste 6 Tage später, am 11.6. seine „Vermögenserklärung“ abgeben und verblieb bis zur Deportation in Haft. Am 8.11.1943 wurde er nach Auschwitz deportiert und gilt dort als verschollen.

 

Biberstein, Friedrich, Dr. med.

geb.: 23.3.1879 in Siemianowitz/ Kreis Kattowitz

gest. :?

Approbation: 1902

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Gleiwitz, Kreidelstraße 23

Tätigkeiten: 1902- 04 Ausbildung in Berlin bei Joseph und Lewin

Dr. Biebersteins, der Besitzer einer Privatklinik war, weiteres Schicksal ist nicht bekannt.

 

Bielski, Hans, Dr. med.

geb.: 20.7.1889 in Marmontier/ Elsaß

gest. :?

Approbation: 1919

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Essen, Theaterplatz 2

Dr. Bielski wurde nach der Reichspogromnacht vom 10.11. bis zum 6.12.1938 im KZ Dachau inhaftiert, nach seiner Entlassung emigrierte er im darauffolgenden Jahr in die USA und hatte seit 1942 wieder eine eigene Praxis.

 

Bitschai, Jacob, Dr. med.

geb.: 1894 in Odessa

gest. 1958 in Äypten

Approbation: 1920

Fach: Urologie

Studium: Berlin

Adresse: 1933

Berlin, Winsstraße 14

Nach seiner Emigration 1934 war Dr. Bitschai als Leiter der urologischen Abteilung des Jüdischen Krankenhauses Al Moassat in Alexandria tätig.

 

Bloch, Arthur, Dr. med.

geb.:2.7.1880

gest. :?

Approbation:

Fach: Urologie/ Chirurgie

Adresse: 1933, 35, 37

Frankfurt a. Main, Lindenstraße 39

Tätigkeiten: Ausbildung bei Prof. Israel in Berlin

Dr. Bloch wirbt einer Anzeige im Dezember 1935 damit, dass er Erkrankungen der Harnorgane behandeln würde. Im Oktober 1937 übernimmt er dann die urologische Abteilung des Krankenhauses der Israelischen Gemeinde. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

 

Bloch, Werner, Dr. med.

geb.:22.9.1898 in Köln

gest. 8.12.1968 in East Orange/ USA

Approbation: August 1923

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Bonn, Hamburg, München und Köln

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Bleibtreustraße 34/35

Dissertation: „Über Mikrosporie- Epidemien in Köln und Umgebung“, 1923 in Köln

Nach seinem Notabitur 1917 absolvierte Dr. Werner Bloch seinen Militärdienst und begann parallel dazu sein Medizinstudium. Ab dem 1.7.1930 war er als Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Berlin zugelassen, wo er bis zum Entzug seiner Kassenzulassung am 6.10.1933 tätig war. Bereits 1936 erhält er seine license für die USA, geht aber erst 1942 über die Zwischenstation Shanghai in die USA. Dort praktizierte er am Veterans Administration Hospital.

 

Boas, Kurt, Dr. med.

geb.: 13.2.1890 in Berlin

gest. : ?

Approbation: 1918

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35

Crimmitschau, keine weitere Angabe

1937

Berlin, Passauer Straße 11

Tätigkeiten: 1922-25 Ausbildung in Kiel und in Nürnberg, auf der Dermatologischen Abteilung des Städtischen Krankenhauses bei Nathan

Dr. Boas wurde 1935 wegen „rassenschänderischer Beziehungen“ inhaftiert. Nach seiner Entlassung aus dem KZ Sachsenburg emigrierte er nach Großbritannien.

 

Bodlaender, Hans, Dr. med.

geb.:13.9.1880 in Brieg/ Schlesien

gest.: verschollen in Majdanek

Approbation:15.5.1907

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: München und Berlin

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin- Charlottenburg, Tauentzienstraße 4

Tätigkeiten:1908 Assistenzarzt in der Berliner Heilstätte der Landesversicherungsanstalt

Dissertation: „Beitrag zur Arthritis deformans juvenilis“, Berlin 1909

Dr. Bodlaender wurde 1937 ohne eigene Praxis und ohne Facharztangabe gelistet. Am 13.6.1942 wurde er mit dem Transport Nr. 15 zuerst ins Vernichtungslager Sobibor und dann weiter nach Majdanek deportiert. Sein Todeszeitpunkt dort ist nicht bekannt.

 

Bonin, Hans, Dr. med.

geb.: 27.5.1887 in Berlin

gest.: 11.5.1959 in Chicago/ USA

Approbation:  15.8.1912

Fach: Urologie

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Konfession:

Studium: Freiburg, München und Berlin

Adresse: 1933

Berlin- Friedenau, Hähnelstraße 19

1935, 37

Berlin- Friedenau, Kaiserallee 68

Tätigkeiten: Assistenzarzt im Berliner Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde

Dissertation: „Über Veränderungen der Magenschleimhaut bei permiziöser Anämie“, 1912 in Berlin

Dr. Hans Bonin, der seinen Facharzt für Harnwegserkrankungen im September 1919 erhielt, emigriert am 26.10.1938 nach Chicago. Wie die meisten anderen Emigranten, wählte er den Weg über die Niederlande, von Rotterdam aus verließ er Europa. Ende desselben Jahres wurde ihm endgültig die Kassenzulassung entzogen. In den USA erhielt er 1939 seine license und wurde Mitglied der A.M.A.

 

Boß, William, Dr. med.

geb.: 1.10.1890 in Strehlen

gest. :

Approbation: 1914

Fach: Urologie/ Chirurgie

Familienstand: verheiratet

Studium: 1909- 14 in Breslau

Adresse: 1933

Breslau, Zimmerstraße 4a

Tätigkeiten: 1914 Arzt im Kgl. Festungslazarett Breslau auf der Abteilung Israelitisches Krankenhaus

1914 -22 Ausbildung im Israelitischen Krankenhaus Breslaus auf der chirurgischen Abteilung bei Gottstein

Dissertation: „6 Jahre Gallenchirurgie. Auf Grund des Materials der Breslauer Königl. Chirurgischen sowie der Privatklinik von Herrn Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Küttner“, 1915 in Breslau

Dr. Boß war seit 1922 niedergelassener Facharzt für Chirurgie und Nieren- und Blasenleiden. Bereits 1933 emigriert er nach Palästina, da er durch seine jüdische Abstammung nicht habilitieren durfte, die Annahme seiner Habilschrift „Blasenfremdkörper, Ergebnisse der Chirurgie und Orthopädie“ wurde verweigert. In Palästina arbeitete er weiter als Urologe.

 

Brückmann, Erwin, Dr. med

geb.: 2.5.1884 in Berlin

gest.: ?

Approbation: September 1909

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Studium: Heidelberg und Berlin

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin- Wilmersdorf, Konstanzer Straße 53

1937

Berlin-Wilmersdorf, Alexanderstraße 55

2.4.1938

Berlin-Wilmersdorf, Alexanderstraße 57

Berlin- Charlottenburg, Sybelstraße 40

Dissertation: „Über Tracheoplathia osteoplastica – Multiple Osteome in der Schleimhaut der Trachea“, 1910 in Freiburg

Dr. Brückmann, dem Anfang Dezember 1938 die Kassenzulassung entzogen wurde, meldete sich für den 9.5.1939 bei den deutschen Behörden ab. Es gibt aber bisher keine Hinweise auf sein Reise- bzw. Emigrationsziel, da nur vermerkt wurde: „auf Reisen“. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

 

Buschke, Abraham, Prof. Dr. med.

geb.: 27.9.1868 in Nakel/Posen

gest.: 25.2.1943 in Theresienstadt

Approbation: 1891

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 3 Kinder

Studium: Berlin, Breslau und Greifswald

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Lützowstraße 60a

Seit 1938

Berlin, Motzstraße 72

1942

Berlin-Mitte, Große Hamburger Straße 26, Sammellager

Tätigkeiten: 1891 Ausbildung bei R. Koch und R. Virchow

               1891- 94 Assistent in Greifswald bei Helferich an der Chirurgischen Universitätsklinik

1894-95 Assistent an der Stuttgarter Charlotte- Heilanstalt

               1895- 97 Ausbildung in Breslau bei A. Neisser in der Universitäthausklinik

1897- 1904 Ausbildung in Berlin bei E.Lesser an der Dermatologischen Universitätshautklink

1904- 06 leitender Arzt der dermatologischen Abteilung des Berliner Urban-Krankenhauses

1906- 34 leitender Arzt der neugegründeten dermatologischen Abteilung des Rudolf-Virchow- Krankenhauses

1914-18 Leiter der Dermatologischen Abteilung des Lazaretts Berlin-Plötzensee

1938- 42 Leiter der Station für Haut- und Geschlechtskrankheiten im Jüdischen Krankenhaus

Dissertation: „Zur Casuistik der Herderkrankungen des Hirnschenkels“, 1891 in Berlin

Habilitation: 1900 in Berlin

Prof. Dr. Abraham Buschke wurde am 4.11.1942 mit dem Transport Nr. I/75 nach Theresienstadt deportiert, wo er bereits im Februar des folgenden Jahres an einer Enteritis verstarb.

 

Cahn, Alfred, Dr. med.

geb.: ?

gest.:?

Approbation: 1903

Fach: Urologie/ Chirurgie

Adresse: 1933

Berlin- Neucölln, Kaiser- Friedrich- Straße 68/69

1935

Berlin- Wilmersdorf, Konstanzer Straße 14

Dr.Cahn wird im RMK 1935 nicht mehr verzeichnet und bisher konnte sein weiteres Schicksal nicht geklärt werden.

 

Callomon, Fritz, Prof. Dr. med.

geb.:22.5.1876 in Breslau

gest. : 15.9.1964 in San Rafael/Kalifornien/USA

Approbation: 7.7.1899

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Konfession: tritt am 21.2.1941 aus der jüdischen Kultusvereinigung aus

Studium: Breslau

Adresse: 1933, 35, 37

Dessau, Antoinettenstraße 34

1938 Umzug nach Berlin

1940

Berlin, Heilbronner Straße 13

Tätigkeiten: 1899- 1903 Ausbildung in Breslau am Allerheiligen Hospital auf der Dermatologischen Abteilung

               1902-10 verschiedene Studienreisen nach Skandinavien

               1903- 18 als Dermatologe in Bromberg niedergelassen

Dissertation: „Untersuchungen über das Verhalten der Fäcesgährung bei Säuglingen“, 1899 in Breslau

Prof. Fritz Callomon war sein 1920 niedergelassener Dermatologe in Dessau, neben seiner Praxis war er auch Mitherausgeber der Dermatologischen Wochenschrift. Aber er veröffentlichte auch weitere medizinische Schriften , wie z. B. „Die nicht venerischen Genitalerkrankungen“ (1924) und zusammen mit J. Jadasohn „Ulcus Molle und andere Krankheiten der Urogenitalorgane“ (1927). 1938 zieht er nach Berlin um, wahrscheinlich nach dem Entzug seiner Kassenzulassung im September. Bis zu seiner Emigration im März 1940 ist er noch als Krankenbehandler für Hautkrankheiten zugelassen. Nach seiner Emigration in die USA, lässt er sich in Philadelphia nieder und tritt ein Jahr später aus der jüdischen Kultusvereinigung aus. Er stirbt am 15.9.1964 an den Folgen einer cerebralen Thrombose.

 

Casper, Leopold, Geh. San. Rat Prof. Dr. med.

geb.: 31.5.1859 in Berlin

gest.: 16.3.1959 in New York

Approbation: 1884

Fach: Urologie

Familienstand: verheiratet, 3 Kinder

Konfession: jüdisch

Studium: ab 1879 in Berlin

Adresse: 1933, 35

Berlin, Matthäikirchstraße 5

1937

Berlin, Matthäikirchplatz 4

Tätigkeiten: Ausbildung in London bei Sir H. Thompson, in Wien bei L. von Dittel und in Paris

Ab 1908 am Berliner Franziskus- Krankenhaus in der Urologischen Abteilung, erst als Belegarzt später als leitender Arzt

Seit 1923- 33 ao Professor für Urologie an der Humboldtuniversität

Dissertation: „Über die Inversion der Gebärmutter“ 1883 in Berlin bei L. Landau

Habilitation: „Pathophysiologie der Prostatahyperplasie“ 1892 in Berlin

Prof. Casper war eine der Größen der deutschen Urologie. Durch seinen Einsatz gab es große Entwicklungssprünge, gerade auch in medizinisch-technischer Hinsicht. Aber er setzte sich auch immer wieder für die Eigenständigkeit des Faches es und war 1906 eines der Gründungsmitglieder der DGfU, darüber hinaus war er publizistisch tätig. Er rief die „Zeitschrift für Urologie“ ins Leben und veröffentlichte etliche Handbücher. Doch mit dem Beginn der NS-Diktatur wurde er seiner Ämter, Herausgeberschaften und beruflichen Grundlage beraubt. Ihm blieb nur noch die Emigration 1941 in die USA, wo er bis zu seinem Tode in New York lebte. (Für näheres siehe Bd. 1)

 

Cassel, Josef, Dr. med.

geb.:26.1.1886 in Frankfurt am Main

gest.: 7.2.1949 in New York/ USA

Approbation: 1911

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Studium: München, Berlin und Freiburg

Adresse: 1933, 35

Berlin- Wilmersdorf, Aßmannshauser Straße 23 (Privat)

Praxis: Friedrichstraße 192/193

1937

Berlin, Friedrichstraße 192

Dissertation: „Morbili sine exanthemase“, 1911 in Freiburg

Dr. Cassel emigrierte im Dezember 1938 nach Großbritannien. Im selben Monat wurde ihm auch seine Kassenzulassung entzogen. Im April 1940 siedelte er in die USA nach New York um, wo er bis zu seinem Tode blieb

 

Chajes, Benno, Prof. Dr. med.

geb.: 14.11.1880 in Danzig

gest.: 3.10.1938 in Ascona/ Schweiz

Approbation: 1903

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/ Gewerbe- und Sozialhygiene

Studium: Freiburg und Berlin

Adresse: 1933

Berlin- Zehlendorf, Spandauer Straße 91

Tätigkeiten: 1903- 04 Ausbildung in Berlin an der Charité bei Senato

               1904-07 dermatologische Ausbildung in Berlin bei Blaschko und in Paris am St. Louis Hospital

               1908 urologische Ausbildung in Berlin bei Goldschmidt

               1919-32 Dozent an der TH für Gewerbe- und Sozialhygiene

1932 ao Professor für Sozialhygiene an der Universität als Nachfolger von A. Grotjans

Dissertation: 1903 in Freiburg

Prof. Chajes war bereits seit dem Ersten Weltkrieg politisch aktiv, erst war er 1915-20 Stadtverordneter in Berlin-Schöneberg und ab 1928- 33 als Abgeordneter des Preußischen Landtags für die SPD. Aber sein politisches Engagement fand 1933 ein abruptes Ende, wie auch seine berufliche Laufbahn, denn durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums verlor er seinen bisherigen Beamtenstatus. Im Februar 1933 entscheidet er sich bereits zu emigrieren, über die Schweiz kommt er im März nach Ankara und im April nach Palästina – dem Ziel seiner Reise. Seine offizielle Einreise wird den deutschen Behörden mit dem 1.9.1933 gemeldet. In Palästina war er u.a. Mitgründer der privaten Krankenversicherung Schiloach und des privaten Krankenhauses Assutah. Bei einer Urlaubsreise in die Schweiz verstirbt er.

 

Cohen, Willy, Dr. med.

geb.: 3.8.1880 in Bodenfelde/ Hannover

gest. :?

Approbation: 1904

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: ab dem 27.10.1899 in München

Adresse: 1933

München, Zweigstraße 1

1935

München, Bayerstraße 13

Dr. Cohen emigrierte 1937 in die Niederlande.

 

Cohn, Bruno, Dr. med.

geb.: 15.10.1894 in Berlin

gest.: ?

Approbation: 1920

Fach: Urologie

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Studium: Berlin und München

Adresse: 1933

Berlin- Charlottenburg, Knesebeckstraße 27

Tätigkeiten: 1926 übernimmt er die Praxis seine Vaters Prof. Jacob Cohn

Dr. Bruno Cohn emigriert 1933 nach Palästina und lässt sich in Tel Aviv mit einer Praxis für Urologie nieder (Lizenz Nr. 1505). Außerdem war er sozial und kulturell engagiert, so arbeitete er u.a. in der Klinik der Armen Leute in Sheinkin Straße und unterstützte das Philharmonische Orchester. Ab 1979 lebte er in Herzlia Pituach, einem exklusiven Vorort von Tel Aviv.

 

Cohn, Hendryk, Dr. med. et phil.

geb.: 21.11.1888 in Padianice bei Lodz

gest. 17.10.1942

Approbation: Juli 1920

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet in Mischehe

Studium: München, Straßburg und Berlin

Adresse: 1933

Berlin; Joachimsthaler Straße 35

1935, 37

Berlin/ Kurfürstendamm 28

Dissertation: „Über Derivate des alpha- Pyridophtalids (alpha-Oxymethylnicotionsäurelacktons)“, 1913 in Berlin zum Dr. phil

Dr. Hendryk Cohn, der bereits am 1.7.1933 seine Kassenzulassung verlor, emigrierte nach Belgien 1938. In Belgien war er später auf Grund seiner Mischehe vom Tragen des Judensterns befreit.

 

Cohn, James, Dr. med.

geb.: 12.6.1886 in Berlin

gest.: 11.2.1940 in New York/ USA durch Suizid

Approbation: 1911

Fach:  Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Studium: Berlin und Gießen

Adresse: 1933

Berlin, Lessingstraße 41

1935, 37

Berlin, Invalidenstraße 1

Dissertation: „Über Bence-Jonessche Albuminurie“ 1910 in Berlin

Dr. James Cohn war im Ersten Weltkrieg Sanitätsarzt und konnte durch seine Einstufung als Frontkämpfer bis zum endgültigen Entzug der Zulassung seine Kassenpraxis weiter führen. Ende 1937 oder erste Hälfte 1938 emigrierte er mit seiner Familie in die USA. 1940 entschied er sich für den Selbstmord.

 

Cohn, Karl, Dr. med.

geb.: 19.4.1878 in Östringen/ Baden

gest. : ?

Approbation:  1902

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35

Düsseldorf, Blumenstraße 19

Tätigkeiten: 1905- 07 Ausbildung  in Frankfurt a.M. bei Herxheimer

Dr. Karl Cohn emigrierte am 30.9.1935 nach Jerusalem/ Palästina

 

Cohn, Martin, San. Rat Dr. med.

geb.: 3.7.1858 in Magdeburg

gest. :23.3.1942 in Dresden durch Suizid

Approbation: 1883

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Berlin

Adresse: 1933, 35, 37

Dresden, Prager Straße 26

Sanitätsrat Dr. Cohn, der Gründer der sächsischen Volkssingakademie nahm sich am 23.3.1942 durch das Leben indem er sich mit Veronal vergiftete.

 

Cohn, Theodor, Prof. Dr. med.

geb.: 9.4.1867 in Krisanowitz/ Schlesien

gest. :31.12.1934 in Königsberg

Approbation: 1891

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Breslau und Königsberg

Adresse: 1933

Königsberg, Bergplatz 18

Tätigkeiten: seit 1891 Spitalsdienst an der Uniklinik Königsberg

               Ab 1913 a.o. Professor

Dissertation:1891 in Königsberg

Habilitation: 1905 für Nieren und Blasenleiden

Prof. Dr. Cohn wurde 1933 durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufbeamtentums von der Königsberger Universität entlassen und auch die Mitherausgeberschaft der Zeitschrift für urologische Chirurgie musste er aufgeben. Obwohl er Generaloberarzt der Reserve a.D. war und aktiver Kriegsteilnehmer war, wurde ihm der Frontkämpferstatus nicht anerkannte, da er sich aktiv im Reichsbanner engagiert hatte, der sozialdemokratisch geprägt war. Außerdem war er ein führendes Mitglied im Reichsbund jüdischer Frontkämpfer und um Kartell Convent, eine jüdische Vereinigung von jüdischen Studenten aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Bereits ein Jahr später, Ende 1934 verstarb er.

 

Colman, Herbert, Dr. med

geb.: 26.12.1889 in Sale/ Großbritannien

gest.

Approbation: 1914

Fach: Urologie

Adresse: 1933

Berlin- Grunewald, Charlottenbrunner Straße 6

1935

Berlin- Wilmersdorf

Tätigkeiten: 1914- 16 Dienst in der Chirurgisch- urologischen Militärstation Braunschweig

1918- 1920 Assistent in Berlin in der Dermatologischen Abteilung des Rudolf- Virchow- Krankenhauses bei Wechselmann

1920- 21 Ausbildung in Berlin bei M. Joseph

Der gebürtige Engländer Dr. Colman emigrierte im Oktober 1936 nach London mit einer Zwischenstation in Florenz/ Italien. Über sein weiteres Leben ist bisher nichts bekannt.

 

Croner, Willy, Dr. med.

geb.: 16.9.1887 in Flatow

gest.: 5.3.1969 in Israel

Approbation: 1914

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Konfession

Studium: Berlin und Heidelberg

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Uhlandstraße 167/168

Dissertation: „Über das gleichzeitige Vorkommen von Carcinom und Tuberkolose des Uterus“, 1913 in Berlin

Dr. Croner war seit 1.10.1920 als Facharzt für Dermatologie und Harnwegserkrankungen. Nach Ausbruch des Krieges im September 39 wird er bis Sommer 1940 in den französischen Internierungslagern Maison Lafitte, Athis/ Orne und Bassane/ Gironde untergebracht, denn im April 1939 war er nach Paris emigriert. Nach seiner Entlassung aus den Lagern hält er sich bis 1942 in den Basses Pyrénées im unbesetzten Teil Frankreichs. Von dort floh er vor der Gestapo in die Schweiz, dort blieb er bis 1945 und emigrierte dann nach Palästina.

 

Dannheisser, Fritz, Dr. med.

geb.: ?

gest. : ?

Approbation: 1925

Fach: Urologie

Adresse: 1933

Nürnberg, Karolinenstraße 25

Tätigkeiten: 1931 Assistenzarzt auf der Urologischen Abt. des Jüdischen Krankenhauses in Berlin

Dr. Fritz Dannheisser meldet sich Anfang 1934 in Ausland ab, sein weiteres Schicksal ist noch unbekannt.

 

Danziger, Felix Salo, Dr. med.

geb.: 12.8.1880 in Leipzig

gest. : 24.8.1953 in New Westminster/ Kanada

Approbation: 1906

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Konfession: nicht praktizierender Jude

Studium: 1900-02 in Leipzig und 1902- 05 in Freiburg i.Br.

Adresse: 1933, 35, 37

Leipzig, Tauchaer Straße 2

Privatadresse 18- 33

Windmühlenweg 1

Tätigkeiten: April bis August 1905 Praktikant der Uniklinik Leipzig

Ab September 1905- 07 Ausbildung in Frankfurt a.M., erst als Praktikant, später als Assistenzarzt bei Herxheimer

1912 Schiffsarzt bei der norddeutschen Lloyd- Gesellschaft

Dissertation: „Aus der Hautkrankenstation des Städtischen Krankenhauses zu Frankfurt am Main (Oberarzt Dr. K. Herxheimer): Über Spirochätenbefunde bei hereditärer Syphilis“, April 1906 in Leipzig

Dr. Danziger war während des Ersten Weltkrieges Truppenarzt in Frankreich und erhielt das Eiserne Kreuz I. Klasse. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit war er bis 1934 Freimaurermitglied, sein Ausschluß erfolgte auf Grund seiner jüdischen Abstammung, und Mitglied des Jüdischen Kulturbundeses zu Leipzig. Er selbst glaubte durch sein Deutschtum vor persönlicher Verfolgung sicher zu sein und war sehr assimiliert. Doch im November 1938 musste er anderes erfahren, nach der Reichspogromnacht wurde er inhaftiert und wurde nur durch die Vermittlung des Lagerarztes in Buchenwald wieder freigelassen, da er schwer erkrankt war. Nach seinem Approbationsentzug 1938 war er als Krankenbehandler gemeldet. Im Sommer 1939 emigrierte er mit seiner Frau nach Großbritannien und folgte 1952 seinen beiden Kindern nach Kanada.

 

Doctor, Ernst, Dr. med.

geb.: 6.10.1872 in Meiningen/Thüringen

gest. : 26.3.1937 in Frankfurt/ Main

Approbation:  1896

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Leipzig, Freiburg i.Br., Berlin und München

Adresse:

Tätigkeiten: 1896- 98 Ausbildung in Frankfurt a.M. bei Herxheimer

               1898 Ausbildung in Wien

1.10.1898 Niederlassung in Frankfurt a.M.

 

Dosquet, Wilhelm, San. Rat Prof. Dr. med.

geb.:?

gest. ?

Approbation: 1886

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin- Niederschönhausen, Mittelstraße 6/7

Tätigkeiten: bis 1937 Leiter des Krankenhauses Nordend in Berlin

 

Einzig, Joseph Otto, Dr. med.

geb.: 24.6.1898 in Frankfurt/ Main

gest. :23.11.1947 in Linden/USA

Approbation: 1923

Fach: Urologie

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Studium: Frankfurt/Main und Göttingen

Adresse: 1933

Hamburg, Armgartstraße 4

1935

Colonaden 5

Tätigkeiten: Facharztausbildung in Breslau

Dr. Joseph Einzig ließ sich 1928 in Hamburg nieder, bereits 1935 emigrierte er nach Palästina mit seiner Familie. Von dort ging es im November 1937  nach Brasilien und von dort 1938 weiter in die USA. 1941 erhalten sie die amerikanische Staatsbürgerschaft und benennen sich in Evans um. Bevor er 1942 wieder eine eigene Praxis führte, arbeitete er im Jones Memorial Hospital in Belmont/ New York und 2 Jahre in Linden/ New Jersey. Am 23.11.1947 verstirbt Dr. Evans, wie er jetzt heißt, an den Folgen einer Leukämie.

 

Elpern, Max, Dr. med.

geb.: 18.11.1883 in Königsberg

gest.: 17.7.1969 in New York

Approbation: 1913 in Königsberg

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: ledig

Studium: Königsberg

Adresse: 1933, 35

Berlin, Große Frankfurter Straße 37

Dissertation: „Über Darmlähmungen nach Bauchkontusionen durch stumpfe Gewalt“, 1910 in Königsberg

Dr. Max Elpern emigrierte am 15.9.1936 in die USA nach New York, und konnte bereits 1937 nach dem Erhalt seiner license wieder praktizieren.

 

Ephraim, Hermann, Dr. med.

geb.: ?

gest. ?

Approbation: 1924

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Berlin- Charlottenburg, Windscheidstraße 5

1935

Berlin-Charlottenburg, Mommsenstraße 20

Dr. Ephraim wurde 1937 nicht mehr verzeichnet, wahrscheinlich ist er 1935 oder 36 nach Palästina emigriert.

 

Fabian. Grumach, Lene,

geb.: 17.4.1894 in Tilsit

gest. :?

Approbation: 1922

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Studium: ab 1916 in München, Heidelberg, Göttingen und Königsberg

Adresse: 1933

Königsberg, Paradeplatz 12

               1935, 37

Königsberg, Tragheimer Kirchenstraße 69

Tätigkeiten: Ab 1922 Ausbildung in der Inneren Abteilung der Städt. Krankenanstalt in Königsberg bei Prof. Samter

1925 als Assistentin an der Universitätshautklinik erwähnt

Lene Fabian- Grumach bestand 1914 ihr Lehrerexamen und entschloss sich dann 1916 Medizin zu studieren. Ihre eigene Praxis in Königsberg gab sie wahrscheinlich Anfang 1937 auf und emigrierte in die USA, dort erhielt sie 1944 ihre Zulassung als Dermatologin. In den USA lassen sich bis 1963 unterschiedliche Schreibweisen ihres Namens nachverfolgen.

 

Fath, Ludwig, Dr. med.

geb.: 1.9.1893 in Frankfurt/ Main

gest. :?

Approbation: 1919

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Würzburg und Frankfurt a.M.

Adresse: 1933, 35

Frankfurt a.M., Goethestraße 14

Vor Mai 1935

Frankfurt, Schillerstraße 3

Tätigkeiten: Assistent an der Dermatologischen Poliklinik Berlin und am Rudolf-Virchow-Krankenhaus in Berlin

               1921-23 in Berlin niedergelassen

Dr. Fath war von 1924 in Frankfurt niedergelassen, seit einem gemeldeten Umzug 1935 wird er nicht mehr in den RMKs verzeichnet. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

 

Feilchenfeld, Ernst, Dr. med

geb.: 25.3.1895 in Berlin

gest.: ?

Approbation: 1922

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Berlin- Tempelhof, Berliner Straße 24

Tätigkeiten: 1933 als Leiter des Ambulatoriums der dermatologischen Abteilung des Rudolf- Virchows- Krankenhauses

Dr. Feilchenfeld emigrierte Anfang 1934 nach Palästina.

 

Fränkel, Ernst, Dr. med.

geb.:21.8.1872 in Rybnick/ Breslau

gest. :16.6.1943 in Theresienstadt

Approbation: 1898

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Adresse: 1933

Hamburg, Lübecker Straße 101

1935, 37

Hamburg, Lübecker Straße 147

1941

Judenhaus Frickestraße 24

Dr. Ernst Fränkel ließ sich 1919 in der Hansestadt nieder. Am 16.7.1942 wurde er zusammen mit seiner Frau mit Transport Nr. VI/ 1 nach Theresienstadt deportiert, dort verstarb er fast ein Jahr später.

 

Frank, Hermann, Dr. med.

geb.: 26.10.1881 in Würzburg

gest. :nach 29.11.1941 in Jungfernhof/Riga vermisst

Approbation: 1908

Fach: Urologie/ Chirurgie

Adresse: 1933

Nürnberg, Hefnerplatz 3

1935, 37

Nürnberg, Königstraße 26

Dr. Hermann Frank arbeitete im Sommer in Bad Brückenau. Am 29.11.1941 wurde er ins KZ Jungfernhof/ Riga deportiert und gilt dort als verschollen.

 

Frank, Wilhelm Gustav, Dr. med.

geb.: 30.8.1885 in Mainz

gest. : ?

Approbation: 1910

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Freiburg i.Br., München, Heidelberg und Berlin

Adresse: 1933, 37

Frankfurt a.M., Am Roßmarkt 6

1935

Frankfurt a.M., Friedrichstraße 42

Tätigkeiten: 1910- 12 Schiffsarzt

               1914 Ausbildung in Paris

               1914 – 18 Stabsarzt

Dr. Frank ließ sich nach dem Ersten Weltkrieg, in dem er als Sanitätsoffizier gedient hatte, 1919 in Frankfurt nieder. Am 3.4.1938 meldete er sich polizeilich ab und emigrierte in die USA. Dort praktizierte und lebte er in Lewitton/ Pennsylvania.

 

Friedländer, Wilhelm, Dr. med.

geb.:?

gest. vor November 1935

Approbation: 1900

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/ Röntgendiagnostik und –therapie

Adresse: 1933

Berlin- Schöneberg, Kolonnenstraße 2

1935

Berlin- Schöneberg, Hauptstraße 30

Tätigkeiten: Privatklinik

 

Fürst, Curt, Dr. med.

geb.: 21.4.1893 in Königsberg

gest. : in Auschwitz

Approbation: 1916

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Königsberg, Kneiphöfsche Langgasse 41

1943

in Berlin

Dr. Fürst wurde am 4.3.1943 deportiert und gilt in Auschwitz verschollen.

 

Fürst, Moritz, Dr. med.

geb.:14.2.1865 in Hamburg

gest. :28.10.1942 in Mariannhill-Pinetown District/ Südafrika

Approbation: Juli 1890

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Studium: Marburg, Kiel, München und Jena

Adresse: 1933

Hamburg, Sierichstraße 52

35, 37

Adolf-Hitler-Platz 19 (Rathausmarkt)

Ende 1937

Wieder Sierichstraße 52

1942

Durban/Südafrika

Tätigkeiten: 1889- 1890 Ausbildung an der Uniklinik Jena unter Dr. Vieradt

1.1.1894- 31.9.1896 Ausbildung am Hamburger AK St. Georg in der Dermatologischen Abt. unter Dr. Engel-Reimers (Speziell Venerologie)

Seit 1904 stellvertretender Untersuchungsarzt der Polizeibehörde

Seit 1. Juni 1905 Assistenzarzt im Medizinalkolleg

Seit 1.10.1907 als Schularzt zugelassen (6 Jahre Amtszeit, 1. Wiederwahl belegt am 30. September 1913)

Dissertation: „Zur Physiologie der glatten Muskeln“,1889 in Jena

Dr. Moritz Fürst, der seinen Militärdienst 1891-94 absolvierte und später noch weiter als Reserve- Sanitätsoffizier diente, war seit dem 29.8.1890 in Hamburg als Facharzt für Haut- und Harnleiden niedergelassen. 1900 legte er seine Physikatsprüfung ab und arbeitete für das Hamburger Medizinalkolleg, u.a. als Schularzt. Am 1.1.1938 wird ihm die Zulassung zu den Kassen entzogen und am 30.9. des Jahres erlischt seine Bestallung. Im Mai 1939 wandert er mit seiner Familie über Holland nach Südafrika aus. Dort ist er bedingt durch sein Alter finanziell von seinen Kindern abhängig bis zu seinem Tod an den Folgen einer Prostata- Operation.

 

Galewsky, Eugen Emanuel, Prof. Dr. med.

geb.:6.2.1864 in Breslau

gest. :15.2.1935 auf dem Weg nach Locarno/Italien

Approbation: 1887

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Breslau und Freiburg

Adresse: 1933

Dresden, Christianstraße 21

Tätigkeiten: 1887- 88 Ausbildung am Hygieneinstitut Freiburg i.Br. bei Schottelius

1888- 91 Ausbildung an der Universitätshautklinik Breslau bei A. Neisser

 Studienaufenthalte in Paris und Wien

seit 1898 Leiter der Hautabteilung der Kinderpoliklinik Johannstadt, sowie Konsiliartätigkeit in mehreren Dresdner Kliniken

1903 Gründung der „Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten“ mit Neisser und Blaschko

1920 Vorsitzender des neu gegründeten Landesverbandes Sachsen der DGBG

1927 als Regierungskommissar beteiligt an der Ausarbeitung des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten

Dissertation:1887 in Freiburg

Prof. Eugen Galewsky, der in Dresden mit einer Privatklinik niedergelassen war, war besonders in der Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten engagiert, so war er z.B. auf der Internationale Hygieneausstellung 1911 in Dresden an der Sondergruppe „ Geschlechtskrankheiten“ beteiligt. 1912 wird er Titularprofessor. Während des Ersten Weltkrieges wird er Sanitätsoffizier der Reserve und fachärztlicher Beirat des XII. Armeekorps, er wird dafür mit mehreren Orden ausgezeichnet, wie dem Eisernen Kreuz II. Klasse, der Preußischen Rot Kreuz Medaille II. Klasse und der Österreichischen Rot Kreuz Medaille I. Klasse. 1933 macht sich der Mitbesitzer der Privatklinik, Dr. Karl Linser sich selbstständig, vielleicht als Folge der politischen Veränderungen. Prof. Galewsky verstirbt an einem Herzschlag auf dem Weg zum jährlichen Urlaub in Italien.

 

Gallinek, Alfred, Dr. med.

geb.: ?

gest. :?

Approbation: 1927

Fach: Urologie/ Psychatrie

Adresse: 1933

Halle, Forsterstraße 29/31

Tätigkeiten: Assistenzarzt an der Universitätsnervenklinik in Halle

Dr. Gallinek emigrierte bereits Anfang 1934 nach Amsterdam in die Niederlande.

 

Gellmann, Jakob, Dr.med

geb.: ?

gest. ?

Approbation: 1928

Fach: Urologie

Adresse: 1933

Berlin- Nikolassee, Sudetenstraße 54

Dr. Jakob Gellmann emigrierte Anfang 1934 nach Palästina.

 

Gerson, Dora, Dr. med.

geb.: 24.9.1884 Aschersleben

gest. :24.9.1941 in Hannover durch Suizid

Approbation:  1912

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: ledig

Konfession: evangelisch

Studium: 1906-08 in München, danach in von 1908- 11 in Leipzig

Adresse: 1933, 35

Dresden, Johannesstraße 23

1937

Hannover- Linden

Tätigkeiten: bis 4.1913 als Praktikantin am Städtischen Krankenhaus in Brandenburg/ Havel

               15.4.1913- Ende 5.1914 an der Tuberkuloseklinik d. Augusta Hospitales in Köln, daneben betrieb sie wissenschaftliche serologische Forschungsarbeit

seit 15.6.1914 im Dresdner Städtischen Säuglingsheim unter Prof. Dr. Rietschel

1.10.1914 bis 31. 1.1916 als Hilfsarzt im Dresdner Friedrichstädter Krankenhaus auf der äußeren Abteilung (Dermatologisch- urologische Abt.) bei Werther

2.1916 Dienstantritt in der Hamburger Behörde für Jugendfürsorge (mit sofortiger Kündigung wegen missverständlicher Stellenausschreibung)

20.4.1916- 1.5.1920 wieder am Dresdner Friedrichstädter Krankenhauses, zuletzt als Oberärztin

Dissertation: „Ueber Uterusmyome als Indikation zu operativen Eingriffen während Schwangerschaft und Geburt.“, 15.12.1911 in Leipzig bei Geheimrat Zweifel

Dr. Dora Gerson war eine der wenigen Frauen in der Urologie, ihre berufliche Entwicklung wurde durch den Ersten Weltkrieg und die Einziehung ihrer männlichen Kollegen gefördert. Seit 1926 war sie in Dresden mit einer eigenen Praxis niedergelassen und war bis 1933 Mitglied im Bund Deutscher Ärztinnen. Als ihr am 1.4.1934 die Kassenzulassung entzogen wird, arbeitet sie noch bis 1935 auf Privatpraxis weiter. 1937 zieht Dora Gerson nach Hannover um, wo sie als Hauswirtschaftsleiterin an der jüdischen Gartenbauschule arbeitet. Am 6.8.1940 wird sie als Krankenbehandlerin zugelassen, doch im Jahr darauf erhängt sie sich, wahrscheinlich wegen der drohenden Deportation.

 

Gilde, Samuel Abraham, Dr. med.

geb.: 8.1.1874 in Kowno

gest. : 30.6.1944 in Theresienstadt

Approbation: 1898

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand:  verheiratet

Studium: Danzig und München

Adresse: 1933, 35, 37

München, Bayerstraße 25

Seit 3.10.38 Bruderstraße 12/0

Seit 3.12.38 Kunigundenstraße 33/II

Seit 1.1.39 Lindwurmstraße 24/III

Seit 1.8.39 Maximilianstraße 9/II

Tätigkeiten: 1898- 1902 Ausbildung in München

Dr. Gilde wurde nach der Reichspogromnacht 1938 verhaftet, bei einer Hausdurchsuchung am 11.11. bei ihm sollen staatsfeindliche und kommunistische Bücher, Schriften und Flugschriften gefunden worden sein. Seit dem Sommer 1939 bemühte er sich um die Ausreiseerlaubnis in die USA, aber ohne Erfolg. Ab 1942 muss er in der Flachsröste Lohnhof Zwangsarbeit leisten, davor war er seit dem 14.10.1941 am Lager Berg am Laim tätig. Am 15.7.1942 erfolgte die Deportation ins Ghetto Theresienstadt, wo er verstarb.

 

Glaser, Otto, Dr. med.

geb.: 26.8.1894 in Antonienhütte

gest. : 6.1.1966 in Gelsenkirchen

Approbation: 1921

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet in Mischehe, 1 Kind

Adresse: 1933, 35

Gelsenkirchen, Heinrichstraße 9

1937

Gelsenkirchen, Scharnhorststraße 11

1963

Gelsenkirchen, Heidelberger Straße 11

 

Goetzel, Elias Emil, Dr. med.

geb.: 16.10.1864 in Siegburg

gest. : zwischen 1932 und 1934

Approbation: 1896

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Konfession: am 1.3.1906 aus der Jüdischen Gemeinde München ausgetreten

Studium: seit 19.10.1883 in München

Adresse: 1933

Neuhauser Straße 33

 

Goldenberg, Theodor, Dr. med.

geb.:22.8.1880 in Gießen/ Hessen

gest. :?

Approbation: 1903

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/ Chirurgie/ Orthopädie

Adresse: 1933

Nürnberg, Laufer Torgraben 6

Dr. Theodor Goldenberg, der seit dem 22.9.1909 in Nürnberg lebte, emigrierte am 14.7.1934 in die USA.

 

Goldmann, Hans Hirschel Tobias

geb.:  13.7.1895

gest. :?

Approbation: 1923

Fach: Chirurgie/ Urologie/ Sportmedizin

Familienstand: verheiratet, mehrere Kinder

Konfession: jüdisch, bezeichnet sich selbst als nicht religiös

Studium: 1915 – 22 in Leipzig und München

Adresse: 1933; 35

Leipzig, Kurprinzenstraße 9 (1931-38)

Privat 29- 34

Hofmeisterstraße 1

35- 38

Gohliser Straße 1

Tätigkeiten: Februar 1923- August 24 Volontärassistent am Pathologischen Institut der Uni Leipzig

1926- 31 Ausbildungsassistent an der Chirurgischen Uniklinik Leipzig und der Urologischen Abteilung des St. Hedwig- Krankenhauses in Berlin

Dissertation: „Über einen Fall von kombiniertem Brustmuskel- und Rippendefekt“, 1923

Dr. Hans Goldmann ließ 1931 in Leipzig mit einer Praxis nieder und wurde Mitglied der Medizinischen Gesellschaft zu Leipzig. Außerdem war er Mitglied bzw. Vorstandsmitglied u.a. im  Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und im Felix-Goldmann-Gedächtnisbund. Er war Vorsitzender des Alt-Herrenverbandes der Saxo-Bavaria im Kartellconvent Jüdischer Verbindungen und Mitglied im Reichsbund jüdischer Frontsoldaten sowie im jüdischen Sportverein Schild, wo er das Silberne Reichssportabzeichen ablegte. Außerdem war er aktiver Kriegsteilnehmer mit mehreren Auszeichnungn, u.a. des Österreichischen und Ungarischen Kriegsgedenkkreuzes.

Seit 1936 gilt Dr. Goldmann als Marxistisch aktiv, darum wird ihm der Reisepass entzogen und er kann nicht am Urologenkongress in Wien teilnehmen. Sein Antrag auf einen neuen Reisepass im Mai 1938 um einer Studieneinladung an die Chirurgisch-urologische Klinik Budapest folgen zu können, wird abgelehnt. Im November 1938, am 22., stellt er das Auswanderungsgesuch nach Frankreich und er wandert dann über Paris im selben Jahr nach Honduras, von dort weiter in die USA und als endgültiges Ziel nach Naharija in Palästina.

 

Großmann, Walter, Dr. med.

geb.: 1.1.1896 in Berlin

gest.: 18.12.1960 in Hartford/ Connecticut

Approbation: 20.2.1921 in Berlin

Fach: Urologie

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Studium: Berlin und München

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Gartenstraße 1

Dissertation: „Endokrine und psychische Mechanismen in der Aetiologie der Sexualinversion“, 1921 in Berlin

Dr. Walter Großmann machte seine 1924 seinen Facharzt für Allgemeinmedizin, Chirurgie und Urologie, im RMK gab er aber nur die FA für Urologie an. Der genaue Zeitpunkt seiner Emigration ist nicht bekannt, allerdings muss es nach Anfang 1937. Seine Kassenzulassung wurde im erst im Dezember 1938 entzogen. In den USA, sein Emigrationsziel, war er als Arzt am Mount Sinai Hospital und am St. Francis Hospital in New York tätig.

 

Grünberg (Grüneberg), Julius, Dr. med.

geb.:22.7.1896 in Lünen

gest. 19.11.1983 in North Hollywood, Kalifornien

Approbation: März 1921 in Freiburg

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: geschieden, 1 Kind

Adresse: 1933

Berlin- Neucölln, Innstraße 5

1935, 37

Berlin- Neucölln, Berliner Straße 82

Dr. Julius Grüneberg war aktiver Teilnehmer der Ersten Weltkrieges gewesen, doch 1933 wollte man ihn trotz des Frontkämpfererlasses die Kassenzulassung entziehen. Seine eingelegte Beschwerde war erfolgreich und erst im Dezember 1938, als alle noch verbliebenen Kassenzulassungen von nicht arischen Ärzten aufgehoben wurden, verlor er sie endgültig. 1939 wird Dr. Grünberg als Krankenbehandler zugelassen. 1940 kann er in die USA emigrieren, wo er als niedergelassener Urologe in Chicago ab seiner license Erteilung 1941 weiter praktizierte.

 

Gutmann, Ernst, Dr. med.

geb.: 23.9.1887 in Augsburg

gest. : ?

Approbation: 1914

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: 1908 14 in München

Adresse: 1933

Chemnitz, Theaterplatz 3

1935, 37

Chemnitz, Am Plan 6

Tätigkeiten: 1913 an der Dermatologischen Poliklinik in München

                                   1919 Ausbildung in Berlin bei Ledermann, Lewin und Joseph

Dr. Ernst Gutmann ließ sich 1932 in Chemnitz nieder und praktizierte dort bis zum Entzug seiner Approbation im September 1938. Vermutlich emigrierte er zwischen 1939 und 1941, genaueres über seinen weiteren Lebensweg ist nicht bekannt.

 

Haas, Moses Manfred, Dr. med.

geb.: 3.1.1885 in Mühlhausen/ Oberfranken

gest. :1944 in Auschwitz

Approbation: 1914

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 1 Kind sicher

Konfession: 1930 Austritt aus der Jüdischen Gemeinde Leipzig

Studium: 1903-14 Würzburg

Adresse: 1933, 35, 37

Leipzig, Demmeringstraße 35

Privat:1926- 40

Kronprinzenstraße 17

Bis 1942

Judenhaus Nordstraße 11/II

Tätigkeiten: 1918- 21 als Stabsarzt d.R. im Garnisonslazarett in München

1921- 25 in einer städtischen Klinik in München tätig

Dissertation: „Über eine praktisch wichtige Warietät am menschlichen Becken“, 1928

Bevor Dr. Haas sich im Februar 1926 in Leipzig niederließ, hatte er bereits ein Jahr eine eigene Praxis in München gehabt. Durch seine Truppendienst und die Auszeichnungen mit dem Eisernen Kreuz I. & II. Klasse, sowie dem Bayrischen Militärverdienstorden, konnte er seine Praxis bis 1938 führen, danach war bis 1942 als Krankenbehandler zugelassen. Am 12.11.1938 wurde er in der Folge der Reichspogrom verhaftet. Am 19.9.1942 wurde er und seine Frau ins KZ Theresienstadt deportiert und am 9.10.1944 weiter nach Auschwitz.

 

Haas, Wilhelm, Dr. med.

geb.:13.10.1878 in Hamburg

gest. : 3.9.1944 in San Francisco/ USA

Approbation: 1901

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: 2. Mal verheiratet, 1 Kind

Studium:

Adresse: Winterhude, Magdalenenstraße 59

1935

Hamburg, Neuer Wall 69

1937

Hamburg, Neuer Wall 26/28

Dr. Haas war seit 1906 in Hamburg niedergelassen, seit 1919 – 1933 in einer dermatologischen Gemeinschaftspraxis zusammen mit Delbanco und Zimmern. Nach der Reichspogromnacht wird er kurzzeitig verhaftet. Im März des darauffolgenden Jahres emigrierte er in die USA. Dort war er Krankenhaushilfe für Dermatologie und erhielt die amerikanische license. Als er kurz darauf erblindetet, nahm er sich das Leben.

 

Hammerschlag, Louis, San. Rat Dr. med.

geb.: 24.6.1870 in Scherfede

gest. : 8.3.1944 in Theresienstadt

Approbation: 1893

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: ledig

Adresse: 1933, 35, 37

Essen, Hindenburgstraße 88

Tätigkeiten: 1893- 95 Ausbildung in Wien

Sanitätsrat Dr. Hammerschlag wurde am 21.7.1942 in Ghetto Theresienstadt deportiert und verstarb dort knappe 2 Jahre später.

 

Harry, Felix, Dr. med.

geb.: 5.1.1896 in Gnesen

gest. : 1952 in Mount Vernon/USA

Approbation: 1919

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Adresse: 1933, 35

Wiesbaden, Rathausstraße 10

1937

Wiesbaden, Adolfsallee 18

Tätigkeiten: 1919- 21 Ausbildung in Hamburg u.a. bei P.G. Unna

1922- 23 Ausbildung in Berlin bei Buschke

Dr. Felix Harry war seit 1923 in Wiesbaden niedergelassen und musste 1937 seine, gemeinsam mit seiner Frau geführten, Praxis aufgeben. Zwei Jahre später, 1939, emigrierten sie in die USA, wo er nach dem Erhalt der license 1941 wieder in einer eigenen Praxis arbeitete.

 

Heimann, Erich, Dr. med.

geb.:12.2.1893 in Jastrow/ Westpreußen

gest.:  3.3.1963 in Forrest Hills/ New York

Approbation:  1919

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: ledig

Adresse: 1933

Berlin, Joachimthaler Straße 13

1935, 37

Berlin, Joachimthaler Straße 17

Dissertation: „Fortschritte der Malaria im Kriege“, 1920 in Berlin

Nach seinem Abitur trat er im April 1914 seinen einjährigen Militärdienst, durch den Ausbruch den Ersten Weltkrieges war er aktiver Teilnehmer und erhielt die Anerkennung als Frontkämpfer, wodurch er seine Kassenzulassung nach 1933 behielt. Im November 1938 wurde er in Folge der Reichspogromnacht verhaftet und bis zum Dezember im KZ Sachsenhausen interniert. Nach seiner Entlassung bemüht er sich um eine schnelle Ausreise und emigriert Ende Januar 1939 nach New York/ USA. Dort erhält er 1941 seine amerikanische license und lässt in Forrest Hills als Arzt nieder.

 

Heldt, Walther, Dr. med.

geb.:14.3.1896 in Berlin

gest. 15.10.1982 in Buffalo/ NEw York

Approbation: 1921

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin- Charlottenburg, Mommsenstraße 33

Dissertation: „ Ueber Tumoren der Flexura sigmoidea“, Berlin 1921

1933 wurde Dr. Walther Heldt trotz seiner Einsprüche die Kassenzulassung entzogen, sein Lazarettdienst während des Ersten Weltkrieges wurde nicht als  Frontkämpferdienst anerkannt. Über seine Tätigkeit nach dem Entzug der Kassenzulassung und der Meldung in China ist bisher nichts Genaues bekannt. Im Jahr 1944 wird er als in der Kungping Road dem deutschen Viertel in Shanghai ansässig gemeldet, seine Emigration könnte nach 1936 stattgefunden haben. Später siedelt er in die USA über, wo er in Buffalo lebt.

 

Hellmann, Johanna, Dr.med

geb.:14. 6.1890 in Nürnberg

gest. 30.8.1981 in Lindigö/ Schweden

Approbation:  11.2.1915

Fach: Urologie/ Chirurgie/ Röntgendiagnostik

Familienstand: ledig

Studium: Berlin und ab 1911 Kiel

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin- Wilmersdorf, Kaiserallee 30

Tätigkeiten: Famulantin in Kiel an der Chirurgischen Klinik bei W.Anschütz

1929 -32 in Berlin an der Charité bei F.Sauerbruch

               Daneben seit 1929 eine Privatpraxis bis 1938

               Seit 1932 in Berliner Privatklinik von Dr. E. Solms und später Prof. A. Dührssen tätig

               1932-38 Chefärztin im Wöchnerinnenheim der Heilsarmee

               1944 Assistenzärztin in der Chirurgischen Klinik des Lazaretts Eskilstuna/ Schweden

               1951- 77 Privatärztin in Lindigö

               Seit 1952 Vertrauensörztin  der Dt. Botschaft in Schweden

Dissertation: 1919

Dr. Johanna Hellmann war die dritte Frau, die Mitglied der chirurgischen Gesellschaft und die 1. Frau die an einem Kongress der DGfU teilnahm (1928). Ihr berufliches Fortkommen erfuhr durch den Ersten Weltkrieg einen enormen Schub, denn durch den Ärztemangel infolge der militärischen Verwendung, wurde den weiblichen Ärzten der fachliche Einstieg und die Weiterentwicklung erleichtert. Dr. Hellmann konnte sich in der Männerdomäne durchsetzen, was auch in ihrem beruflichen Werdegang deutlich wird. Doch 1933 erfuhr ihre Laufbahn einen empfindlichen Rückschlag, durch den Entzug der Kassenzulassung. 1939 geht sie mit einem Besuchervisum nach Dänemark zu ihrer Schwester und von dort weiter nach Schweden. Dort ist sie später wieder als Chirurgin tätig.

 

Herxheimer, Hans, Dr. med.

geb.: 29.8.1880 in Frankfurt/Main

gest. :18.7.1944 in Theresienstadt

Approbation: 1910

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: geschieden

Konfession: Konvertit, evangelisch lutherisch

Studium: Straßburg

Adresse: 1933

Frankfurt a.M. Buchrainstraße 29

1935, 37

Frankfurt a.M., Eschersheimer Landstraße 132

Tätigkeiten: 1912- 14 Ausbildung an der Universitätshautklinik Breslau bei Neisser

1914 Ausbildung in Paris und Wien

Dr. Herxheimer, der aus der berühmten Dermatologenfamilie Herxheimer stammte, ließ sich 1913 mit einer eigenen Praxis in Frankfurt nieder. Seit 1920 war er mit einer Nichtjüdin verheiratet, von der sich allerdings später scheiden ließ. Er selbst konvertierte zum Christentum. Nach seinem Approbationsentzug war er noch als Krankenbehandler zugelassen. Am 8.1.1944 wurde er ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er am 18.7. des Jahres verstarb.

 

Herz, Max, Dr.med.

geb.:7.6.1893

gest.: ?

Approbation: 1920

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Berlin, Schönhauser Allee 73

Dr. Herz entschloss sich bereits 1933 Deutschland zu verlassen und am 15.12. des Jahres emigrierte er nach Palästina.

 

Heymann, Georg, Dr. med.

geb.:9.3.1881 in Christburg

gest. 22.11.1946 in New York/ USA

Approbation: 18.8.1905

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: Innerer Mühlendamm 4a

1935, 37

Berlin- Wilmersdorf, Bayrische Straße 34

Tätigkeiten: 1906 Ausbildung an der Königsberger Universitätsklinik bei Scholtz

               1906-1909 in Dresden an der Hautabteilung des Friedrichstädter Krankenhauses bei Werther

               Ab 1909 dort Oberarzt

Dissertation: „Neue Distomen aus Cheloniern“, Königsberg 1905

Bei Dr. Heymann ist wenig über seine Lebenssituation während der NS-Zeit bekannt, weder der genaue Zeitpunkt seines Entzugs der Kassenzulassung noch der ungefähre Zeitpunkt seiner Emigration.

 

Hirsch, Max, Dr. med.

geb.: 11.4.1894 in Schweinfurt

gest. : ?

Approbation: 20.4.1922 in Würzburg

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Würzburg

Adresse: 1933, 35, 37

Schweinfurt

Tätigkeiten: vermutlich 1922- 26 Ausbildung in München und Wien

Dissertation: 28.10.1921 in Würzburg

Dr. Max Hirsch emigrierte 7.9.1938 nach New York/USA

 

Hirschlaff, Feodor, Dr. med.

geb.:14.1.1891 in Berlin

gest. :?

Approbation: 7.9.1914

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Freiburg und Berlin

Adresse: 1933

Berlin- Steglitz, Albrechtstraße 30

1935, 37

Berlin- Charlottenburg, Joachimsthaler Straße 1

Bis 1938

Berlin,  Bamberger Straße 55

Dissertation: „Schußverletzungen des Rückenmarks“, 1915 in Freiburg

Dr. Hirschlaff emigrierte am 15.6.1938 nach Montevideo/ Uruguay. Bereits 1933 verlor er seine Kassenzulassung in Deutschland.

 

Holländer, Alfred, Dr. med.

geb.:20.5.1899 in Oberhausen

gest. : 15.7.1986 in Garmisch- Partenkirchen

Approbation: 1922

Fach:  Urologie

Studium: Bonn und Münster

Adresse: 1933, 35, 37

Bielefeld, Lützowstraße 10

Tätigkeiten: 1921-22 Ausbildung an der Bonner Hautklinik bei Hoffmann

               1922-23 Ausbildung an der Hautklinik Elberfeld

               1923- 24 Privatassistent von Meirowsky in Köln

               1924- 27 Ausbildung in Hamburg bei Unna, leitete da die serologische Abteilung

               1939- 40 Assistant Dermatologist am Beth Israel Hospital in Boston/USA

               Seit 1944 am University Hospital und der School of Medicine in Boston/USA

               Seit 1950 am Wesson Hospital in Springfield/USA

               Consultant Dermatologist u.a. am Veterans Administration Hospital, Western Massachussetts Hospital und am Westover Air Force Base Hospital

               1965-67 Clinical Professor of Dermatology an der Boston University School of Medicine

Dr. Alfred Holländer ließ sich 1927 in Bielefeld nieder. 1938 emigrierte er nach Springfield/ Massachussetts/ USA und legte dort ein Jahr später das medizinische Staatsexamen ab. Er konnte seine medizinische Laufbahn in den USA erfolgreich weiter führen und wurde später Ehrenmitglied der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, bei einer Reise zu einer ihrer Fortbildungswochen verstarb er.

 

Homberger, Otto, Dr. med.

geb.:1.10.1894 in Gießen

gest. :?

Approbation: 1920

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: : 1933, 37

Kassel, Königsplatz 55

1935

Kassel- Wilhelmshöhe, Heideweg 8

Über sein weiteres Schicksal ist noch nichts bekannt.

 

Honigbaum, Max, Dr. med.

geb.: 14.1.1894 in Münsterberg/Schlesien

gest. : ?

Approbation: 1923

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35

Köln, Kalker Hauptstraße 151

Tätigkeiten: 1920- 25 am Allerheiligenhospital Breslau in der Hautabteilung bei Kuznitzky

Dr. Honigbaum lässt sich am 28.11.1936 auf eigenem Wunsch aus dem Arztregister streichen. Um diese Zeit rum emigriert er auch, bisher ist sein Emigrationsziel nicht bekannt.

 

Israel, Wilhelm James Adolph (William James) Dr.med

geb.: 4.12.1881 in Berlin

gest. :1959

Approbation:  1906 oder 1908

Fach: Urologie/ Chirurgie

Familienstand: ledig

Studium: Freiburg, München, Straßburg und München

Adresse: 1933

Berlin, Lützowufer 1

1935

Berlin, Budapester Straße 33

Tätigkeiten: 1919- 33 Privatdozent an der Berliner Universität

Dissertation: „Über die diagnostische Bedeutung der Bakteriologischen Knochenmarksuntersuchung der Leiche“ 1908 in Berlin

Als Dr. Israel, Sohn des bekannte Berliner Arztes James Israel, 1933 Beschwerde gegen den Entzug der Kassenzulassung einlegte, wurde ihm zwar der Frontkämpferstatus anerkannt aber der Entzug wurde trotzdem gültig. Durch seinen Aufenthalt in London seit Dezember 1933 und dem Vorwurf von kommunistischer Betätigung behielt er die Zulassung  zu den Kassen nicht. 1939, ein Jahr nachdem er sich endgültig in Großbritannien ansiedelte, wurde er als Specialist zugelassen und erhielt 1947 die britische Staatsbürgerschaft.

 

Italiener, Harry, Dr. med.

geb.:?

gest. :?

Approbation: 1925

Fach: Urologie

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin- Schöneburg, Meraner Straße 8

 

Isaak, Leo, Dr. med.

geb.: 29.1.1879 in Pfungstadt

gest. : ?

Approbation: 1900

Fach:  Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 3 Kinder

Studium: Berlin, Würzburg und Straßburg

Adresse: 1933

Darmstadt, Rheinstraße 43

1935

Darmstadt, Kasinostraße 10

Dr. Leo Isaak meldet sich Ende 1935 auf Reisen ab, wahrscheinlich nach Palästina. 1955 lebt er in Tel Aviv/ Israel.

 

Jacobsohn, Friedrich Wilhelm, Dr. med.

geb.:27.9.1894 in Stettin

gest. :?

Approbation: 1919

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtkrankheiten

Adresse: 1933

Berlin, Bleibtreustraße 33

1933/34

Berlin- Schöneberg, Meranerstraße 4

Tätigkeiten:  Fürsorgearzt am Berliner Rudolf-Virchow- Krankenhaus

Dr. Jacobsohn meldete sich bereits laut dem RMK bereits Anfang 1934 nach London ab, die Berliner Akten des Oberfinanzpräsidenten aber vermerken seine Emigration erst im März 1937.

 

Jacobsohn, Georg, Dr. med.

geb.: 5.9.1891 in Straßburg/Westpreußen

gest. :23.7.1980 in Israel

Approbation: 1.9.1920

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: ledig

Adresse:  1933, 35, 37

Berlin, Köpenicker Straße 36/38

Ab 1937

Berlin- Wilmersdorf, Hindenburgstraße 66

Dissertation: „Zur Kasuistik der Schienbeinfrakturen am oberen Abschnitt“, 1921 in Berlin

Dr. Georg Jacobsohn ging zwei Monate nach dem Entzug der Kassenzulassung (Dezember 1938) im Februar nach Palästina.

 

Jacobsohn, Julius, Dr. med.

geb.: ?

gest. :Anfang 1934 in Berlin

Approbation: 1914

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Berlin, Rankestraße 3

 

Jacoby, Max, Dr. med.

geb.: 29.3.1888 in Nauen

gest. :Dezember 1971 in New York/ USA

Approbation: 1912

Fach: Urologie

Familienstand: geschieden

Studium: Berlin und München

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Friedrichstraße 133

Tätigkeiten: Assistenzarzt am St. Hedwigs- Krankenhaus in Berlin

Dissertation: „Dekompressionstrepanation und Duralplastik“ 1912 in Berlin bei A.Bier

Auf einer Emigrantenliste des CJA wird er bereits im Juli 1933 als nach Südamerika emigriert verzeichnet. Wann er genau in die USA ging ist nicht bekannt, aber 1939 erhielt er seine amerikanische license und wurde Mitglied der AMA und der Rudolf-Virchow Medical Society. Er praktizierte weiter als Urologe am Mount Sinai Hospital in New York.

 

Jarecki, Max

geb.: ?

gest. :?

Approbation: 1914

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/ Sportarzt

Adresse: 1933, 35, 37

Stettin, Breite Straße 13

Sein weiteres Schicksal ist bisher nicht geklärt.

 

Jaruslawsky, Willy, Dr. med.

geb.:?

gest. :?

Approbation: 1926

Fach: Urologie

Adresse: 1933

Königsberg, Steindamm 160

1935, 37

Königsberg, Vorstädter Langgasse 82

Sein weiteres Schicksal ist nicht bekannt.

 

Jessner, Kurt, Dr. med.

geb.: 1886 in Stolpmünde/ Pommern

gest. :?

Approbation: 1910

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Königsberg, Steindamm 11/12

Tätigkeiten: 1910-14 Ausbildung an der Universitätshautklinik Breslau bei Neisser

Das weitere Schicksal von Dr. Jessner ist nicht bekannt.

 

Joachim, Hermann Dr. med.

geb.: 4.4.1894 in Berlin

gest. :?

Approbation: 1919

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Berlin, Prinzenstraße 97

1935

Berlin, Prinzenstraße 98

Dr. Joachim emigrierte am 1.9.1935 mit dem Ziel Palästina.

 

Joseph, Alfred, Dr. med.

geb.:3.11.1899 in Krefeld

gest. :?

Approbation: 1923

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Berlin, Augsburger Straße 31

1935

Berlin- Wilmersdorf, Landauer Straße 11

1937

Berlin, Pariser Straße 1

1938

Berlin- Halensee, Joachim- Friedrich- Straße 43

Am 15.8.1930 machte Dr. Joseph seinen Facharzt für Urologie und für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Bedingt durch sein Approbationsdatum  nach 1918 verlor er bereits 1933 seine Kassenzulassung. Am 13.2.1938 emigrierte er in die USA.

 

Joseph, Eugen, Prof. Dr. med

geb.:24.6.1879 in Bad Landeck/ Schlesien

gest. :24.12.1933 in Berlin durch Suizid

Approbation: 1902

Fach: Urologie/ Chirurgie

Familienstand: verheiratet

Studium:  seit 1897 in Greifswald, Berlin, Breslau und Heidelberg

Adresse: 1933

Berlin, Kaiserallee 208

Tätigkeiten: chirurgische Ausbildung in Heidelberg bei Czerny

               Assistent unter Professor A.Bier in Berlin

               1913-33 Leiter der Abteilung für Urologie der Chirurgischen Klinik

Dissertation: „Die Morphologie des Blutes bei den akuten und chronischen Osteomeyelitis“ 1902 in Heidelberg bei Czerny

Schon sehr frühzeitig spezialisierte er sich auf das Uro-chirurgische Fach und wurde 1910 habilitiert. 1913 wurde er außerordentlicher Professor. Sein Engagement für das Fach und seine Entwicklung spiegelt sich auch in der Mitherausgeberschaft der Zeitschrift für Urologie wieder, wo er seit 1927 tätig war. Außerdem veröffentlichte er Hand- und Lehrbücher. 1933, mit dem Beginn des Nationalsozialismus, wurde er aus Amt und Würden gedrängt, seine Reaktion darauf war der schnelle Weg in den Suizid.

 

Kahn, Ferdinand, San. Rat Dr. med.

geb.: 12.3.1866 in Germersheim/ Pfalz

gest. : 20.9.1942 in Theresienstadt

Approbation:  1891

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Würzburg, München und Berlin

Adresse: 1933, 35, 37

Frankfurt a.M., Hansaallee 7

Tätigkeiten: 1892- 93 Ausbildung bei Joseph in Berlin

1893 ließ sich Dr. Kahn in Frankfurt nieder. Am 1.9.1942 wurde er mit Transport Nr. XII/ 2 nach Theresienstadt deportiert, wo er auch verstarb.

 

Kaiser, Siegmund, Dr. med.

geb.: 8.10.1877 in Leipzig

gest. : ?

Approbation: 1903

Fach:  Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/ Sportarzt

Studium: 1899 bis 1902 in Leipzig

Adresse: 1933, 35, 37

Leipzig, Markt 9

Privat 18- 36

Ebd.

37- 38

Kaiserin- Augusta- Straße 36

39

Heerloßsohnstraße 13

Dr. Kaiser war seit 1912 mit einer Privatpraxis niedergelassen und war u.a. Mitglied im Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und im Jüdischen Kulturbund zu Leipzig. Im April 1939 emigrierte er nach London/ Großbritannien.

 

Kantorowicz, Alphons, Dr.med.

geb.: ?

gest. : zwischen September und Dezember 1933

Approbation: 1898

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Berlin- Pankow, Lindenpromenade 8

 

Karo, Wilhelm, Dr. med.

geb.: 2.9.1873 in Soldin

gest. : 20.6.1963 in London

Approbation:  Mai 1897

Fach: Urologie

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Adresse: 1933

Berlin- Charlottenburg, Grolmanstraße 4/5

1935, 37

Berlin- Charlottenburg, Berliner Straße 168

Dissertation: „Über Blutungen aus Oesophagusvaricen“, 1896 in Würzburg

Dr. Karo ließ sich 1924 zum Homöopath ausbilden und war ständiger ärztlicher Mitarbeiter der Zeitschrift „Die Metallsalz- Therapie.“ Als ihm im Dezember 1938 die Kassenzulassung entzogen wurde, war er bereits mit seiner Familie seit einem Monat in Großbritannien, wohin er am 8.11. ging.

 

Karpeles, Sigmund, Dr. med.

geb.:10.10.1876 in Bayreuth

gest. :16.5.1944 in Auschwitz

Approbation: 1902

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Stuttgart, Königstraße 4

Dr. Karpeles wurde am 22.8.1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert und am 16.5.1944 weiter nach Auschwitz mit Transport Nr. Ea, wo er ermordet wurde.

 

Katz, Theodor Delwin, Dr. med.

geb.:3.8.1887 in Korbach/ Waldeck

gest. : 18.10.1933 in Dachau

Approbation: 1911/12

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Adresse: 1933

Nürnberg, Ludwigstraße 1

Tätigkeiten: 1911 Ausbildung an der Universitätshautklinik Bonn bei E. Hoffmann

1912- 14 Ausbildung an der Dermatologischen Abt. des Krankenhauses Nürnberg

Dr. Theodor Katz wurde am 1.4.1933 im KZ Dachau interniert, bei einem Streit zwischen den Internierten geriet Dr. Katz zwischen die Fronten und verstarb an den Folgen.

 

Katzenstein, Sally (Salli), Dr. med.

geb.: 12.5.1879 in Rotenburg a.d. Fulda

gest. :18.8.1942 in Riga

Approbation: 1905

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Chausseestraße 65

31.5.1941

Berlin Charlottenburg, Sybelstraße 35

(bei Charlotte Cohn)

Dr. Sally Katzenstein musste am 8.7.1942 seine „Vermögenserklärung“ machen und wurde dann am 15.8.1942 mit dem Transport Nr. 18 von Berlin aus nach Riga deportiert, bereits am 18.8.1942 war er tot.

 

Kaufmann (Kauffmann 1937) Albert, San. Rat Dr. med. et phil.

geb.:?

gest.?

Approbation: 1895

Fach: Urologie

Adresse: 1933, 35, 37

Bad Wildungen, keine weiteren Angaben

Über das weitere Schicksal von Dr. Kaufmann ist nichts bekannt.

 

Kaufmann, Raphael, Dr. med.

geb.: 1.10.1871 in Merzig an der Saar

gest. : 11.8.1943 in Theresienstadt

Approbation: 1897

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Heidelberg, München und Berlin

Adresse: 1933, 35, 37

Frankfurt a.M. Zeil 124

Tätigkeiten: 1897 am Hygieneinstitut Heidelberg

               1897- 99 Ausbildung in Berlin u.a. bei Joseph und Blaschko

1899 Ausbildung in Paris

Dr. Kaufmann ließ sich am 1.10.1899 in Frankfurt nieder. Am 15.9.1942 wurde er mit dem Transport Nr. XII/ 3 ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er ein knappes Jahr später starb.

 

Knopf, Hans, Dr. med.

geb.: 20.2.1882 in Breslau

gest. :?

Approbation: 31.3.1906

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet in Mischehe

Studium: Freiburg i.Br.

Adresse: 1933, 35

Berlin, Fasanenstraße 42

1937/ 41

Berlin, Joachimsthaler Straße 12

Tätigkeiten: 1925-33 Ambulatoriumsarzt

Dr. Knopf war durch seine Mischehe zwar vor der Deportation geschützt, aber er wurde nach 1938 als notdienstverpflichteter Krankenbehandler nach Konin, Wartheland geschickt worden.  Er war dort im Gemeinschaftslager des Arbeitslagers Nr. 23 tätig. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

 

Koblenzer, Arthur, Dr. med.

geb.:11.11.1874 in Merseburg

gest. : 1943 in Auschwitz

Approbation: 1903

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Adresse: 1933, 35, 37

Mannheim, Alphornstraße 6

Dr. Koblenzer wurde zusammen mit seiner Frau am 22.10.1940 ins KZ Gurs deportiert und am 10.8.1943 mit Transport Nr. 17 über das Lager Drancy nach Auschwitz verlegt und dort ermordet.

 

Koehler, Max, Dr. med.

geb.: 11.8.1900

gest. : ?

Approbation: 1924

Fach: Urologie/ Chirurgie

Familienstand: verheiratet

Adresse: 1933, 35, 37

Breslau, Kaiser- Wilhelm- Straße 29

Dr. Max Koehler wurde für eine kurze Zeit im KZ inhaftiert bevor er Anfang 1939 nach Bolivien emigrierte.

 

Kretzmer, Eugen,  Dr. med.

geb.: 15.6.1883 in Mönchengladbach

gest. :?

Approbation: 1908

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/Röntgendiagnostik und -therapie

Familienstand: verheiratet, Kinder

Studium: 1906- 08 in München

Adresse: 1933, 35, 37

Mönchengladbach, Schillerstraße 53

Tätigkeiten: 1910- 12 dermatologische Ausbildung in Dortmund bei Fabry

nach 1918 Praxisübernahme in Mönchengladbach

Dissertation: 1908

Dr. Kretzmer wurde vom 10.11.- 17.11.1938 nach der Reichspogromnacht inhaftiert. Im März 1939 emigrierte er über Großbritannien in die USA.

 

Kron, Herbert, Dr. med.

geb.:?

gest. :?

Approbation: 1922

Fach: Urologie/ Chirurgie

Adresse: 1935

Berlin, Turmstraße 38

Vor Juni 1936 wanderte Dr. Herbert Kron nach Siam aus.

 

Kron, Martin, Dr. med

geb.: 21.3.1900

gest. :?

Approbation: 1924

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Stuttgart, Kanzleistraße 1

Tätigkeiten: 1924- 28 Ausbildung an der Dermatologischen Klinik und Poliklinik Berlin

Dr. Kron emigrierte zwischen 1933 und 35 nach Ramot Hashavim in Palästina.

 

Kupfer, Martin, Dr. med.

geb.: 18.2.1887 in Friedberg

gest. :?

Approbation: 1914

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: München

Adresse: 1933, 35

München, Thierschstraße 31

Tätigkeiten: 1920- 21 Volontärarzt an der dermatologischen Poliklinik München

Dissertation:13.4.1921 in München

Dr. Kupfer war seit dem 3.2.1920 niedergelassen und am 11.11.1921 wird sein Facharzt für Haut- Harn- und Geschlechtskrankheiten mitgeteilt.  1936 wird er zu 18 Monaten Haft wegen „Rassenschande“, zuerst sitzt er ab April 1937 in Stadelheim ein und danach in Nürnberg. Nach seiner Entlassung am 9.6.1938 emigrierte er am 12.6. nach Palästina.

 

Kuznitzky, Martin, San. Rat Dr. med.

geb.:?

gest. :?

Approbation: 1892

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Köln, Mohrenstraße 26

Sein weiteres Schicksal ist bisher nicht bekannt.

 

Ledermann, Karl Gerhard, Dr. med.

geb.: 3.11.1898 in Oberglogau

gest. :?

Approbation: 1924

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Neiße, keine weiteren Angaben

Tätigkeiten: 1923- 27 Ausbildung an der Universitätshautklinik Breslau bei Jadasohn

Dr. Karl Ledermann emigrierte 1939 nach Israel.

 

Ledermann, Reinhold, San. Rat Dr. med.

geb.:1.3.1865 in Waldenburg/Schlesien

gest. : 2.4.1943 in Berlin

Approbation: 1888

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/ Röntgendiagnostik und -therapie

Familienstand: verheiratet

Studium: Berlin und Freiburg i.Br.

Adresse: 1933

Berlin, Maaßenstraße 36

1935, 37

Berlin, Rankestraße 21

bis 1943

Berlin- Wilmersdorf, Prager Platz 6

Tätigkeiten: 1904- 35 besaß und leitete er eine Privat- und Poliklinik für Hautkrankheiten in Berlin

Dissertation: „Die subcutane Quecksilberbehandlung der Syphilis“, 1887 in Berlin

Nach dem Entzug der Kassenzulassung war Dr. Reinhold Ledermann noch als Krankenbehandler für Hautkrankheiten tätig.

 

Lehmann, Ernst, Dr. med.

geb.: ?

gest. :?

Approbation: 1924

Fach: Urologie/ Chirurgie

Adresse: 1933

Berlin, Prenzlauer Allee 181

1935

Berlin, Viktoria- Luise- Platz 5

Dr. Ernst Lehmann wird im RMK 1937 nicht mehr gelistet, sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

 

Levi, Julius, Dr. med.

geb.:1.3.1897 in Offenburg

gest. :10.12.1937 in Berlin

Approbation: 8.1.1914

Fach: Urologie/Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Berlin, Wilmersdorfer Straße 83

1935

Berlin, Tauentzienstraße 8

1937

Berlin- Charlottenburg, Reichstraße 102

 

Levi, Max, Dr. med.

geb.: 22.2.1895 in München

gest. :?

Approbation:  1922

Fach: Urologie

Studium: München

Adresse: 1933

München, Karlstraße 26

1935, 37

München, Herzog- Heinrich-Straße 9

Dr. Levi emigrierte am 7.9.1938 in die USA.

 

Levi, Siegfried, Dr. med.

geb.: 2.3.1877 in Berlin

gest. :21.4.1944 in Theresienstadt

Approbation: 1904

Fach: Urologie/ Chirurgie

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Adresse: 1933, 35

Beuthen, keine weitere Angabe

1937

Berlin, Hohenzollernstraße 12 a

1941:

Berlin- Charlottenburg, Schlüterstraße 54

Dissertation: „Ueber die Entstehung der congenitalen Hüftgelenksluxation. Eine kritische Studie“ 1923 in Frankfurt am Main

Dr. Siegfried Levi war im Ersten Weltkrieg unter Prof. J. Israel im Lazarettzug „Viktoria Luise“ tätig, später wurde er Israels Schwiegersohn. 1923 ließ er sich mit einer Privatklinik in Beuthen nieder, bis er 1937 mit seiner Frau nach Berlin umsiedelte. Nach dem Entzug seiner Kassenzulassung wurde er ab 1941 Krankenbehandler für Urologie. Am 16.12.1942 wurde er zusammen mit seiner Frau Charlotte mit dem Transport Nr. I/81 nach Theresienstadt deportiert, wo er 14 Monate später verstarb. Seine Frau wurde nach Ausschwitz weiterdeportiert und verstarb dort.

 

Levita, Otto, Dr. med.

geb.: 4.4.1895 in Kreuznach

gest. : nach 1954

Approbation:  1920

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Adresse: 1933

Saarbrücken, Victoriastraße 16

Dr. Levita emigrierte am 31.1.1935 nach Straßburg/ Frankreich, wo er auch den Krieg überlebte.

 

Lewin, Arthur, San. Rat Dr. med.

geb.: 17.5.1866 in Berlin

gest. :11.3.1939

Approbation: 1889

Fach: Urologie/ Röntgen

Familienstand: verheiratet, 3 Kinder

Studium: Berlin, Heidelberg

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Tauentzienstraße 13

Tätigkeiten: besondere Fachspezialisierung auf die Pathologie der Spermatozystitis gon., die

Entzündungen der Harnorgane und auf Harngeschwülste bei Arbeitern in

Anilinfabriken

Dissertation: „Zur Casuistik des Morbus Basedowii“, 1888 in Berlin

Sanitätsrat Dr. Lewin war von 1929- 1933 Schriftführer der DGfU gewesen und 1924/25 Vorsitzender der Berliner Urologischen Gesellschaft. Bereits vor dem Entzug seiner Kassenzulassung im Dezember 1938 war er emigriert, er ging im September des Jahres nach Palästina wo er ein halbes Jahr später bereits verstarb.

 

Lewin, Julius, Dr. med.

geb.:27.5.1894 in Nackel/ Posen

gest. :nach 9.1944 in Auschwitz

Approbation: 1920

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Adresse: 1933

Berlin Reichskanzlerplatz 2

1935, 37

Berlin, Tellstraße 1

Dissertation: „Ein Beitrag zur Frage des Spätictorus nach Salvarsanbehandlung“, 192 in Breslau

Dr. Lewin ließ sich 1924 als Facharzt für Dermatologie und Urologie nieder, nach dem Entzug seiner Kassenzulassung im Dezember 1938 wurde er Krankenbehandler. Am 17.3.1943 wurde er mit Transport Nr. I/90 nach Theresienstadt und von dort am 29.9.1944 weiter nach Auschwitz deportiert mit Transport Nr. EL-655. Dort gilt er als verschollen.

 

Lewinsky, Hermann (Herman James), Dr. med.

geb.:8.9.1896 in Hildesheim

gest. : 1.8.1947 in Kew Gardens/New York

Approbation: 1.7.1921 in Freiburg

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: ledig

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin- Neucölln, Bergstraße 48

Vier Tage nach seiner Emigration am 9.9. erhielt Dr. Lewinsky am 13.9.1938 den Bescheid, dass seine Kassenzulassung entzogen war. Der seit 1926 niedergelassene Facharzt für Urologie und Dermatologie emigrierte nach New York und praktizierte später in Richmond Hills/New York. Dr. Lewinsky wurde Mitglied der AMA.

 

Lewy, Erich Alexander, Dr. med.

geb.: 18.4.1887 in Berlin

gest. :27.8.1938 in Berlin

Approbation: 31.12.1913

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Berlin

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin- Charlottenburg, Kaiserdamm 20

Dissertation: „Ueber die in neuerer Zeit bei Operationen an den Harnorganen zur Anwendung gebrachten lokalen Anaesthesierungsmethoden und ihren praktischen Wert“ 1914 in Berlin

Dr. Erich Lewy wurde einen Monat nach seinem Tod am 13.9.1938 die Kassenzulassung entzogen.

 

Lichtenberg, Alexander von, Prof. Dr. med.

geb.: 20.1.1880 in Budapest

gest. : 12.4.1949 in Mexico-City/ Mexiko

Approbation: 1910

Habilitation: 1910

Fach:  Urologie/ Chirurgie                                                           

Familienstand: verheiratet, 3 Kinder

Konfession: römisch katholisch

Studium: Budapest

Adresse: 1933

Berlin, Marburger Straße 3

1935

Berlin- Charlottenburg, Ahornallee 46

Tätigkeiten: 1902 Assistent am Anatomischen Institut

1903-1908 zusammen mit F. Voelcker in Heidelberg bei V. Czerny: Arbeit zur retrograden Pyelographie

1908 – 14 in Straßburg bei O.Madelung

1914-18 k.u.k. Militärarzt in Pecs und Kassa

1920 22 in der Berliner Privatklink R. Jahrs

Ab 1922 am Berliner St. Hedwigs Krankenhaus, wo er später die größte Urologische Abteilung der Welt aufbaute

Prof. Lichtenberg war ein wichtiger Vertreter des noch jungen Faches Urologie, so war er in der Berliner und in der Deutschen Urologischen Gesellschaft engagiert, war u.a. 1928 Vorsitzender der DGfU. Außerdem war er seit 1916 a.o. Professor für Chirurgie und bis 1936 Mitherausgeber der Zeitschrift für Urologische Chirurgie. Im März 1936 siedelte er mit seiner Familie nach Budapest über und war dort noch einige Zeit dort medizinisch tätig, bis er 1939 über Südfrankreich nach Mexiko emigrierte. Dort konnte er entgegen der Zusicherung seines alten Schülers Leonidas Almazon, dem Minister für Gesundheit in Mexiko, keine Lehrbefugnis mehr erlangen. Stattdessen ließ er sich mit einer Privatpraxis nieder.

 

Lichtenstein, Salomon, San. Rat Dr. med.

geb.: 17.7.1867 in Neuwied

gest. :?

Approbation:  1890

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Adresse: 1933

Bonn, Auguststraße 9

Dr. Lichtenstein meldete sich am 1.12.1936 nach Den Haag/ Niederlande ab, über seinen weiteren Lebensweg ist bisher nichts bekannt.

 

Liffgens, Leopold, Dr. med.

geb.:?

gest. :?

Approbation: 1916

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Magdeburg, Otto- von- Guericke- Straße 96

Dr. Liffgens emigrierte wahrscheinlich zwischen 1938 und 1939. Sein weiteres Schicksal ist nicht bekannt.

 

Lilienthal, Elieser Leopold, Dr. med.

geb.: 22.9.1872 in Berlin

gest. :12.11.1942 in Theresienstadt

Approbation: 1897

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Studium: Berlin

Adresse: 1933

Berlin, Rankestraße 29

1935

Berlin, Große Frankfurter Straße 107

1937

Berlin, Große Frankfurter Straße 146

1941

Berlin, Nürnberger Straße 66

Tätigkeiten:  1897 – 1902 Ausbildung in Berlin bei Blaschko

Dr. Lilienthal, der seit 1903 in Berlin niedergelassen war, wurde nach dem Entzug seiner Approbation 1938 Krankenbehandler. Am 3.10.1942 wurde er zusammen mit seiner Frau ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er bereits einen Monat später verstarb.

 

Lindenheim, Hans Kurt, Dr. med.

geb.: 16.5.1880 in Berlin

gest. :16.5.1944 in Auschwitz

Approbation:  1906

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, drei Kinder

Konfession: jüdisch, trat 1922 aus der jüdischen Gemeinde aus und im Juli 1933 wieder ein

Studium: Berlin

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin- Charlottenburg, Berliner Straße 66

zuletzt

Berlin- Wilmersdorf, Konstanzer Straße 51

Tätigkeiten: 1906- 08 Assistent in der Berliner Charité bei Lesser und in Bonn bei E. Hoffmann

Dr. Hans Lindenheim war seit 1907 niedergelassen und führte seine Praxis nach dem Entzug der Kassenzulassung am 3.10.1938 als Krankenbehandler für Hautkrankheiten weiter. Wie auch andere Berliner Urologen wurde er am 3.10.1942 mit Transport Nr. I/71 nach Theresienstadt deportiert, von dort ging es für ihn am 16.5.1944 mit Transport Nr. Ea-1570 nach Auschwitz, wo er noch am selben Tag ermordet wurde.

 

Lippmann, Adolf, San. Rat Dr. med.

geb.: 23.5.1863 in Wronke/Posen

gest. : ?

Approbation: 1888

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35,37

Berlin- Charlottenburg, Joachimsthaler Straße 7/8

Tätigkeiten:  1890-91 Ausbildung in der Breslauer Universitätsklinik bei A. Neisser

Das weitere Schicksal von Dr. Lippmann ist unbekannt.

 

Lipschitz, Fritz, Dr.med.

geb.: ?

gest. :nach Juni 1934 verstorben

Approbation: 1906

Fach:  Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Berlin- Charlottenburg, Joachimsthaler Straße 14

 

Lissauer, Max- Joseph, Prof. Dr. med.

geb.: 2.2.1877 in Berlin

gest. : ?

Approbation: 1902

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Adresse: 1933

Saarbrücken, Johannisstraße 27

Prof. Lissauer und seine Ehefrau emigrierten im Februar 1935 nach Straßburg/ Frankreich. 1957 lebte die beiden in Montauban in Frankreich.

 

Loeb, Edmund, Dr. med.

geb.: 1887

gest. :1963 in Wiesbaden

Approbation: 1914

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Adresse: 1933

Wiesbaden, Adelheidstraße 82

1935

Wiesbaden, Friedrichstraße 38

Dr. Loeb hatte während des NS-Regimes eine wahre Odyssee in Frankreich erlebt. Nachdem der seit 1914 in Wiesbaden niedergelassene Arzt 1935 nach Großbritannien ging und von dort 1936 nach Frankreich, ließ er sich als Neu-Bürger des französischen Staates in Paris nieder. 1937 eröffnete er wieder eine Praxis. Nach dem Kriegsbeginn wurde seine deutsche Ehefrau im Lager Gurs interniert, 1940 befreite er sie und gemeinsam flüchteten sie ins Perigueux, dem unbesetzten Teil Frankreichs. Am 11.11.1942 musste er abtauchen mit falschen Papieren, um der eigenen Deportation zu entgehen. Nach Kriegsende kehrte er nach Paris zurück und 1960 ging er zurück nach Deutschland und lebte wieder in Wiesbaden.

 

Loeb, Richard, Dr. med.

geb.: 11.2.1874 in Mayen

gest. : 15.6.1953 in Köln

Approbation: 1898

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Köln, Hohenzollernring 64

Dr. Loeb wurde am 27.7.1942 nach Theresienstadt deportiert und überlebte dort den Krieg. Danach lebte er bis zu seinem Tod wieder in Köln

 

Loeffler, Dagobert D., Dr. med.

geb.: 17.8.1888 in Graudenz/Westpreußen

gest. : 20.11.1957 in Berlin

Approbation: 1914

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet in Mischehe

Studium: Freiburg

Adresse: 1933, 35, 37, 39

Berlin, Oranienstraße 47a

Dissertation: „Bakterielle Versuche über die Zuverlässigkeit der Taegescher Sterilisierungsmethode des Wassers zu Injektionen, mit besonderer Berücksichtigung des „Wasserfehlers“ und des „Kochsalzfiebers“. 1916 in Freiburg

Dr. Loeffler war seit dem 1.1.1921 in Berlin niedergelassen und konnte nach dem Entzug seiner Kassenzulassung am 9.12.1938 noch als Krankenbehandler tätig sein. Vor einer Deportation durch seine arische Ehefrau weitestgehend geschützt, war er bis 1945 als Krankenbehandler praktizierend.

 

Löwenberg, Paul, Dr. med.

geb.:20.4.1890 in Gülzow/ Pommern

gest. :18.2.1943 in Theresienstadt

Approbation: 1914

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/Röntgendiagnostik und –therapie

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Studium: 1908-14 in München

Adresse: 1933, 35, 37

Kolberg

1939

Kolberg, Luisenstraße 21

Nach Mai 1939

Berlin

Tätigkeiten: 1913- 14 Ausbildung an der Dermatologischen Klinik München bei von Zumbusch

September 1914- 15 Ausbildung am städtischen Krankenhaus Berlin- Charlottenburg bei Bruhns.

Dissertation: 1913

Dr. Löwenberg wurde zusammen mit seiner Ehefrau am 3.10.1942 mit Transport Nr. I/71 ins Ghetto Theresienstadt deportiert wo knappe 5 Monate später verstarb. Seine Frau gilt als verschollen in Stutthof.

 

Löwenstein, Alfred, Dr. med.

geb.: ?

gest. :?

Approbation: 1920

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35

Osnabrück, Möserstraße 38

Dr. Löwenstein emigrierte 1936 in die USA.

 

Löwenthal, Adolf, Dr. med.

geb.:30.4.1898 in Ronsdorf, OT von Wuppertal

gest. : 18.2.1990 in New York/ USA

Approbation: 31.1.1923

Fach: Urologie

Studium: Bonn, Göttingen, Marburg, Frankfurt am Main, München und Würzburg

Adresse: 1933, 35, 37

Frankfurt a.M., Leerbachstraße 13

Tätigkeiten: 7jährige Ausbildung in den Unikliniken, dem jüdischen Krankenhaus in Frankfurt und am St. Hedwigs Krankenhaus in Berlin

Dissertation: 1923 in Würzburg

Dr. Löwenthal ließ sich zwischen 1927 und 29 als Facharzt für Urologie in Frankfurt nieder. Ab 1938 war er Arzt am Rothschild’schen Hospital in Frankfurt, bevor er 1939 in die USA emigrierte. Er reiste über die Niederlande und Großbritannien nach New York. Dort erhielt er keine Facharztanerkennung.

 

Loewenthal, Max, Dr. med.

geb.: 29.1.1894 in Lauenburg

gest. : ?

Approbation: August 1920

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Adresse: 1933

Berlin- Schöneberg, Hauptstraße 115

1935, 37

Berlin- Schöneberg, Hauptstraße 97

Nach dem Entzug seiner Kassenzulassung im Dezember 1938 emigrierte Dr. Loewenthal am 11.1.1940 in die USA.

 

Löwenthal, Richard, Dr. med.

geb.: 22.2.1892 in Merringen

gest. :vor 1963

Approbation: 1919

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Gelsenkirchen, Kirchstraße 10

Vermutlich emigrierte Dr. Löwenthal 1939 in die USA, genaueres ist bisher aber nicht bekannt.

 

Lührse, Friedrich, Dr. med.

geb.: 14.12.1891 in Stettin

gest. :3.3.1956 in Stockholm/ Schweden

Approbation: 1919

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: ledig, später Heirat in Schweden

Konfession: evangelisch lutherisch

Studium: München

Adresse: 1933, 35, 37

Billhorner Röhrendamm 100a

Tätigkeiten: Assistenzarzt an der Uni-Poliklinik München

               Seit 15.11.1925 beim Gesundheitsamt (1929 erfolgt die Entlassung)

               Seit 1927 Fürsorgearzt der Geschlechtskrankenfürsorge

Dr. Lührse galt als Mischling durch seinen Vater, der ein evangelischer Arzt in Stettin war. Zwischen 1921 und 24 übernahm er eine Praxis in Hamburg und war in der Stadt unter anderem in der Geschlechtskrankenfürsorge engagiert. Seine Militärdienstzeit von 1914-19 wurde ihm nicht anerkannt und somit verlor er bereits 1933 die Kassenzulassung, scheinbar war er noch bis 1938 auf privater Basis tätig, bis ihm die Approbation im September entzogen wurde. Im Februar 1939 emigrierte in nach Schweden. Ab 1944 ist er wieder medizinisch tätig, zuerst als Vertretungsarzt und seit den frühen 50ern auch wieder mit der Zulassung zu einer allgemeinärztlichen Praxis. Anfang 1956 verstirbt er an einem Herzinfarkt.

 

Marcus Louis Albert, Dr. med.

geb.:20.11.1874 in Braubauerschaft bei Gelsenkirchen

gest. : ?

Approbation: 1897

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet in Mischehe

Konfession: am 8.2.1908 katholisch getauft

Studium: Göttingen, Würzburg und München

Adresse: 1933, 35, 37

München, Neuhauser Straße 6

Tätigkeiten: 1897- 1903 Ausbildung in Berlin, München und Paris

Dissertation:27.7.1896 in München.

Dr. Marcus war durch seine Mischehe relativ geschützt und war noch am 24.1.1944 in Pöcking im Kreis Starnberg gemeldet.

 

Markiewitz, Bruno, Dr. med

geb.: 1.5.1893 in Myslowitz/ Oberschlesien

gest. : ?

Approbation: 1917

Fach: Urologie/ Chirurgie

Familienstand: verheiratet

Studium: 1911- 16 in Freiburg, Berlin und Breslau

Adresse: 1933

Breslau, Platz der Republik 9

1935

Breslau, Schloßplatz 9

Tätigkeiten:  Medizinalpraktikant am Israelitischen Krankenhaus in Breslau auf der Inneren Abteilung

1919 Assistenzarzt am Israelitischen Krankenhaus in Breslau auf der Chirurgischen Abteilung bei Gottstein

Dissertation: „Beitrag zur Pathologie und Klinik des Rectalsarcoms“, 1919

Nach seinem Studium diente Dr. Markiewitz bis 1918 im Ersten Weltkrieg, u.a. als Assistenzarzt bei der Landwehr. 1936 wird im Arztregister der Provinz Niederschlesien, wo er seit 1934 eingetragen war, das er vor Juni 1936 nach Amerika emigriert ist.

 

Mattissohn, Magnus, Dr. med.

geb.: 6.4.1883 in Marienau/Westpreußen

gest. : 8.2.1943 in Theresienstadt

Approbation: 1910

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Studium: Königsberg, Berlin und München

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Rosenthaler Straße 17

1939

Berlin, Prenzlauer Straße 16

danach

Berlin- Wilmersdorf, Nassauische Straße 5

Vor Deportation

Berlin- Mitte, Große Hamburger Straße 26 (Sammellager)

Tätigkeiten: 1910 Volontär in Posen bei Juliusberg

               1910- 13 Assistent am Berliner Rudolf- Virchow Krankenhaus bei A.Buschke

               Seit 1913 niedergelassener Facharzt in der Berliner Hautpoliklink

               1933 Leiter an der Hautpoliklinik am Krankenhaus Berlin- Friedrichshain

Dissertation: „Über einen Fall von Ophtalmoplegia totalis unilateralis bei hereditärer Syphilis und über Augenmuskellähmungen auf gleicher Basis“, 1912 in Leipzig

Dr. Magnus Mattissohn war bis zu seiner Deportation am 3.10.1942 mit dem Transport Nr. I/71 nach Theresienstadt als Krankenbehandler tätig.

 

Michaelis, Wolfgang Viktor Michael, Dr. med.

geb.: 26.12.1895 in Berlin

gest. : nach dem 17.5.1943 in Auschwitz

Approbation: 20.2.1922

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Studium: Berlin

Adresse:

Dissertation: „Der Einfluss des Nährbodens auf die Weil-Felixische Reaktion“ 1922 in Berlin

Dr. Michaelis war kriegsuntauglich, wahrscheinlich wurde ihm deswegen bereits 1933 die Kassenzulassung entzogen. Vor seiner Deportation am 17.5.1943 nach Auschwitz war er als Fachkrankenbehandler für Haut- und Geschlechtskrankheiten zugelassen. Er gilt in Auschwitz als verschollen.

 

Michelsen, Fritz

geb.: ?

gest. :?

Approbation: 1900

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Danzig, Langgasse 3

Das Schicksal von Fritz Michelsen ist bisher noch nicht geklärt.

 

Mohr, Heinrich, Dr. med.

geb.: 6.3.1868 in Gochsheim

gest. : ?

Approbation: 1892

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35

Ludwigshafen, Ludwigstraße 85

1937, 38

Ludwigshafen, Richard- Wagner- Straße 24

Dr. Mohr wurde auf der Liste der jüdischen Einwohner 1939 nicht mehr verzeichnet, sein Schicksal ist unbekannt.

 

Morgenstern, Arthur, Dr. med.

geb.:?

gest. : vor 1937 in Leipzig

Approbation: 1915

Fach: Urologie

Adresse: 1933, 35

Leipzig, Schletterstraße 11

 

Moses, Felix, Dr. med.

geb.: 25.7.1873 in Cottbus

gest. : 17.11.1947

Approbation: 1901

Fach: Urologie

Familienstand: geschieden, 2. Ehe

Studium: Berlin und Kiel

Adresse: 1933

Berlin- Wilmersdorf, Uhlandstraße 78

1935, 37

Berlin, Schönhauser Allee 73

Tätigkeiten: 1902- 04 urologische Ausbildung

1904 – 15 im städtischen Obdach Berlin in der Dermatologischen Abteilung unter Wechselmann, Bruhns und Pinkus

Bis 1933 Leiter des Abulatoriums des Berliner städtischen Krankenhauses Moabit

Dissertation: „Zur Casuistik der extragenitalen Syphilisinfektion“ 1904 in Leipzig

Dr. Moses machte 1928 seinen Facharzt für Urologie und für Dermatologie und war bis zum 9.12.1938 bei den Kassen zugelassen. Am 19.11.1939 wird er als ins Ausland abgereist gemeldet.

 

Mühsam, Eduard, Dr. med.

geb.: 31.8.1897 in Berlin

gest. :23.6.1977 in New York/USA

Approbation: Dezember 1922 in Heidelberg

Fach: Urologie/ Chirurgie

Familienstand: geschieden

Konfession: jüdisch, tritt aber am 27.6.1928 aus der jüdischen Gemeinde aus

Studium: Heidelberg

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin- Schöneberg, Innsbrucker Straße 12

Dr. Mühsam hatte seit dem 26.2.1929 neben seinem Facharzt für Urologie und Chirurgie auch den Facharzt für Orthopädie. Nach dem Entzug seiner Kassenzulassung am 9.12.1938 emigrierte am am 2.1.1939 nach New York/ USA. Nachdem er seine license 1942 erhalten hatte, ließ er sich als Chirurg nieder und war Mitglied der AMA, der Rudolf Virchow Medical Society und des International College of Surgeons.

 

Müller, Ernst Martin, Dr. med.

geb.: 18.5.1879 in Königsberg

gest. :30.8.1942 in München durch Suizid

Approbation: 1906

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: ledig

Studium: Berlin

Adresse: 1933, 35, 37

Chemnitz, Lange Straße 12

Tätigkeiten: 1909- 13 Ausbildung an der Universitätshautklinik bei A.Neisser

Dissertation: am 22.8.1906 in Jena

Dr. Müller zog aus Breslau am 20.2.1913 nach Chemnitz zu und ließ sich als Spezialarzt für Haut- und Harnkrankheiten nieder. Während des Ersten Weltkrieges war er Sanitätsoffizier. Nach dem Entzug seine Approbation im September 1938 ging er nach München. Dort beging er im August 1942 Suizid.

 

Nadel, Bernhard, Dr. med.

geb.: 11.10.1893 in Leipzig

gest. :?

Approbation:  1921

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand:

Konfession

Studium: 1915- 20 in Königsberg und Leipzig

Adresse: 1933, 35, 37

Danzig, Elisabethwall 4

Tätigkeiten: 1921- 23 Ausbildung an der Universitätsklinik Leipzig

               1923- 24 Ausbildung an der Universitätsklinik Königsberg

Während des Ersten Weltkrieges war Dr. Nadel in verschieden Militärlazaretten eingesetzt. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

 

Nahm, Erich

geb.: 9.5.1897 in Grünstadt

gest. :in den USA

Approbation:  1922

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/Röntgendiagnostik und

–therapie

Adresse: 1933

Trier, Wallstraße 2

1935, 37

Trier, Adolf- Hitler- Straße 18

Erich Nahm emigrierte im Oktober 1938 nach New York/USA, wo er wieder eine eigene Praxis eröffnete.

 

Nickelsburg, Leopold, San. Rat. Dr. med.

geb.: 21.9.1868 in Worms

gest. : 28.9.1937 in Berlin

Approbation: 1892

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Konfession: war lange Vorsteher der Jüdischen Gemeinde von Worms

Adresse: 1933, 35, 37

Worms, Renzstraße 34

Seit dem 20.9.1906 war Dr. Nickelsburg in Worms mit einer eigenen Praxis niedergelassen. Er verstirbt in Berlin, wird aber einen Monat später auf dem jüdischen Friedhof von Worms beigesetzt.

 

Nussbaum, Oskar, Dr. med.

geb.: 16.4.1880

gest. : 1958

Approbation: 1909

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Bremen, Nordstraße 62

Dr. Nussbaum wurde am 10.11.1938 im Zuge der Verhaftungswelle nach dem Reichsprogromnacht kurzzeitig inhaftiert. Im August des folgenden Jahres, am 26.8.1939, emigrierte er in die USA.

 

Oelsner, Georg, Dr. med.

geb.: 5.9.1881 in Posen

gest. : in New York

Approbation: 1904

Fach: Urologie/ Chirurgie

Familienstand: ledig

Studium: Berlin, Bern und München

Adresse: 1933

Berlin, Karlstraße 22

1935, 37

Berlin- Charlottenburg, Mommsenstraße 9

Tätigkeiten: Assistent in Berlin bei L. Casper im Franziskus Krankenhaus für 25 Jahre

Dissertation: „Epidemiologische Skizzen aus München“, 1904 in München

Dr. Oelsner emigrierte 1938 nach New York, wo er an einer Herzattacke verstarb. Sein ehemaliger Chef, Prof. Casper, wohnte seiner Beerdigung bei.

 

Ollendorf, Hans, Dr. med.

geb.: 1.7.1902 in Barmen

gest. :8.5.1945 in Minsk(Todesdatumfestlegung, da er als verschollen gilt)

Approbation: 1926

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Wuppertal- Barmen, Bleicherstraße 8

1935, 37

Wuppertal- Elberfeld, Herzogstraße 35

Dr. Ollendorf wurde am 10.11.1941 ab Düsseldorf nach Minsk deportiert. Er gilt seit der Deportation als verschollen und sein Todesdatum wurde von Amtswegen auf den 8.5.1945 festgelegt.

 

Opfer, Felix, San. Rat Dr. med.

geb.:  15.7.1865 in Berlin

gest. : 11.10.1943 in Theresienstadt

Approbation: 1889

Fach: Urologie

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Studium: Berlin

Adresse: 1933

Berlin, Friedrichstraße 109

1941

Berlin, Barbarossastraße 57

Vor Deportation

Berlin, Artilleriestraße 31 (Sammellager)

Dissertation: „Beitrag zur Lehre von den traumatischen Affektionen des Rückenmarks“, 1888 in Berlin

Sanitätsrat Felix Opfer war nach dem Entzug seine Kassenzulassung am 9.12.1938 noch als Krankenbehandler tätig. Am 3.10. 1942 wurde der seit 1906 niedergelassene Urologe mit dem Transport Nr. I/71 nach Theresienstadt deportiert, wo er am 11. des Monats bereits verstarb.

 

Oppenheim, Alfred, San. Rat Dr. med.

geb.: 23.8.1867 in Stettin

gest. :zwischen 1933 -35 in Stettin

Approbation:  1892

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Stettin, Moltkestraße 19

Tätigkeiten: 1892- 94 Ausbildung in Greifswald, Berlin und Wien u.a. bei Kaposi und Neumann

 

Oppenheim (Oppenheimer), Erwin

geb.: 18.1.1893 in Neustadt/ Oberschlesien

gest. :?

Approbation: 1918

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: ledig

Studium: Breslau

Adresse: 1933, 35, 37

Dresden, Wettiner Straße 2

Tätigkeiten: 1916 für 4 Monate im Städtischen Krankenhaus Allerheiligen Breslau auf der Frauenabteilung bei Dr. Asch

               6 Monate als Famulant in einer Heilanstalt für [nicht lesbar] in Breslau bei Prof. Tobler und Stolte

               Bis 5.1917 als Medizinalpraktikant im Städtischen Krankenhaus von Görlitz auf der Abteilung für Haut-, Blasen- und Geschlechtskrankheiten.

               Ab 1.9.1917 als Assistenzarzt im Dresdner Krankenhaus Friedrichstadt auf der äußeren Abteilung

Dissertation: 4.5.1917

Dr. Erwin Oppenheim, eigentlich Oppenheimer, ließ sich am 2.1.1920 in Dresden nieder und war bis zum 1.4.1934 zu den Kassen zugelassen. Durch einen Herzfehler war er nicht Kriegdiensttauglich und sein Lazarettdienst wurde nicht anerkannt, dadurch bekam er keinen Frontkämpferstatus. Noch im Februar 1938 wird er auf einer Liste von jüdischen Ärzten aus Dresden, Radebeul und Hellerau genannt, doch bereits am 1.9. ist er kein Einwohner Dresdens mehr, wahrscheinlich ist er in dieser Zeit verzogen oder sogar emigriert, genaueres ist aber nicht bekannt.

 

Oppenheimer, Rudolf, Dr. med.

geb.:3.3.1880

gest. : ?

Approbation: 1903

Fach: Urologie

Adresse: 1933, 35

Frankfurt a.M., Bockenheimer Anlage 38

Seit Oktober 1937

Frankfurt a.M., Horst- Wessel- Platz 4

Tätigkeiten: Ausbildung bei Prof. J. Israel

Dr. Oppenheimer war bis September 1937 Chefarzt am Israelischen Krankenhaus auf der Urologischen Abteilung. Nach dem Umzug wird er nicht mehr verzeichnet, vielleicht Emigration.

 

Oster, Armand,  Dr. med.

geb.:3.1.1883 in Köln

gest. :25.11.1941 in Kowno

Approbation: 1913

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Adresse: 1933

München, Dachauer Straße 12

1935, 37

München, Theatiner Straße 48

1938

              München, Lindwurmstraße 13.

Dr. Oster war während seines Studium Mitglied in zwei jüdisch- konservativen Burschenschaften: der Thuringia und der Südmark. Er ließ sich in München nieder. Eine Besonderheit ist, dass er im RMK von 1937 nicht durch einen Doppelpunkt als nicht arisch gekennzeichnet wurde, doch auf einer Liste von nicht arischen Ärzten vom 8.9.1933 wird er genannt. Dr. Oster wurde am 20.11.1941 ins Ghetto Kowno deportiert, wo er bereits 5 Tage später verstarb.

 

Ostwald, Eugen, Dr. med.

geb.: 15.1.1895 in Duisburg

gest. :?

Approbation: 1920

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/ Röntgendiagnostik und - therapie

Adresse: 1933, 35

Berlin, Passauer Straße 1

1937

Berlin- Charlottenburg, Platanenallee 18

Dr. Ostwald meldete sich im RMK am 21.3.1937 ab „auf Reisen“. 1942 wird seine Ansässigkeit in San Francisco/USA bestätigt.

 

Oswald, Carl, Dr. med.

geb.:18.12.1873

gest. :12.11.1933 in Wuppertal

Approbation: 1898

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand:  verheiratet

Adresse: 1933

Wuppertal- Elberfeld, Walter- Rathenau- Straße 43

 

Peiser, Bruno, Dr. med

geb.: 31.5.1890 in Pleschen/ Posen

gest. : 13.8.1960 in Berlin

Approbation: 2.8.1914

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/ Röntgendiagnostik und - therapie

Familienstand: verheiratet in Mischehe, 1 Kind

Studium: Freiburg, München, Berlin und Straßburg

Adresse:

Tätigkeiten: 1919- 20 Ausbildung in Berlin an der Inneren Abteilung im Schöneberger Krankenhaus

               1920-21 Ausbildung an der Pathologischen Abteilung des Schöneberger Krankenhauses

               1921- 24 Ausbildung am Rudolf-Virchow- Krankenhaus an der Dermatologischen Abteilung bei A. Buschke

Dissertation: „Beitrag zur Lehre von den Nabelschnurumschlingungen“, 1917 in Freiburg

Dr. Bruno Peiser wurde 2 Tage nach dem Erhalt seiner Approbation als Militärarzt eingezogen und diente im Ersten Weltkrieg, wofür er u.a. das Eiserne Kreuz I. Klasse erhielt. Nach dem Krieg begann er seine weitere Ausbildung zum Facharzt. Am 2.8.1924 ließ er sich mit einer eigenen Praxis nieder, die er bis zum Entzug seiner Kassenzulassung im Dezember 1938 führte, danach war er als Krankenbehandler zugelassen. Ab 1942 übernahm der durch eine Mischehe privilegierte Dr. Peiser die Abteilung für Hautkrankheiten des Jüdischen Krankenhauses in Berlin. Durch die Deportation seines alten Lehrers Prof. Buschke war die Abteilungsleitung vakant geworden. Nach dem Krieg war er ab 1949 wieder als Facharzt niedergelassen.

 

Picard, Edwin, Dr. med.

geb.: ?

gest. :?

Approbation: 1914

Fach:  Urologie/ Chirurgie

Familienstand: verheiratet

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Keithstraße 2

Das Schicksal von Dr. Edwin Picard ist bisher noch nicht geklärt.

 

Picard, Herbert, Dr. med.

geb.: 27.4.1894 in Wangen

gest. : 24.1.1966 in London

Approbation: Oktober 1922

Fach:  Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Studium: München, Heidelberg und Berlin

Adresse: 1933, 35

Berlin- Charlottenburg, Mommenstraße 70

1937

Berlin, Bendlerstraße 42

Dr. Herbert Picard, der am 15.11.1925 seinen Facharzt für Urologie und Dermatologie erhielt, ging einen Monat vor dem Entzug seiner Kassenzulassung am 11.11.1938 nach Ungarn. Bereits am 9.2.1939 emigriert er nach Kreuzlingen in die Schweiz und von dort im selben Jahr weiter nach Großbritannien. Erst als unsettled Specialist und später als Honorar Surgeon in Ashtorunds-Lyne Lake Hospital in Cheshire. Ab 1955 ist er Junior Hospital Medicin Officer in der General Infirmary Macclesfield.

 

Pinczower, Adolf, Dr. med.

geb.: 3.9.1879 in Ratibor

gest. : ?

Approbation: 1905

Fach:  Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: : 1933, 35, 37

Breslau., Mathiasplatz 1

Tätigkeiten:  1908-09 an der Düsseldorfer Hautklinik

               1910-14 als Dermatologe in Kattowitz

               1917-19 Leiter der Hautabteilung von Kriegslazaretten

Das weiter Schicksal von Dr. Pinczower ist unbekannt.

 

Pinner, Hans, Dr. med.

geb.: 20.3.1887 in Stargard/ Pommern

gest. : 8.3.1943 in Auschwitz

Approbation: 1.8.1912

Fach: Urologie/ Gynäkologie/ Chirurgie

Familienstand: ledig

Studium: Heidelberg, München und Berlin

Adresse: : 1933, 35, 37, 41

Berlin- Charlottenburg, Schlüterstraße 31

Dissertation: „Ueber Dauerheilungen und Rezidive nach Gallensteinoperationen“, 1912 in Heidelberg

Dr. Hans Pinner war von 1924 bis zum Entzug der Kassenzulassung am 9.12.1938 mit einer eigenen Praxis niedergelassen. Ab 1939 war er Krankenbehandler für Harnkrankheiten bis zu seiner Deportation am 6.3.1943 nach Auschwitz, wo er 2 Tage später ermordet wurde.

 

Pinner, Max, San. Rat. Dr. med.

geb.: 31.1.1868 in Graudenz/ Westpreußen

gest. : 2. Hälfte 1934 in Berlin

Approbation:  1892

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Frankfurt a.d.Oder, Oderstraße 31a

Anfang 1934

Nach Berlin umgezogen

Tätigkeiten: 1893- 96 Ausbildung in Breslau bei Jadasohn und Neisser

 

Piorkowsky, Karl,

geb.:14.11.1883 inLeipzig

gest. : 31.12.1945 um 24 Uhr in Jungfernhof/ Riga laut Festsetzung von 1959

Approbation: 1908

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Adresse: 1933, 35, 37

Nürnberg, Kaiserstraße 37

Dr. Piorkowsky zog am 20.1.1909 aus Berlin zu. Am 29.11.1941 wurde er zusammen mit seiner Frau nach Jungfernhof/ Riga deportiert.

 

Pollok, Hans

geb.: ?

gest. :?

Approbation:  1897

Fach: Urologie

Adresse: 1933, 35

Freiburg, Güntertalstraße 32

1937

Adolf- Hitler- Straße 318

Das weitere Schicksal von Hans Pollok ist nicht bekannt.

 

Portner, Ernst, Dr. med.

geb.: 8.2.1874 in Berlin

gest. : 19.12.1963 in Streatham/ Großbritannien

Approbation: 1897

Fach: Urologie

Familienstand: verheiratet in einer Mischehe, 2 Kinder

Konfession: 26.6.1916 Austritt aus der Jüdischen Gemeinde

Studium: Berlin

Adresse: 1933

Berlin, Thomasiusstraße 1

1941

Berlin, Thomasiusstraße 1

Tätigkeiten: ab 1.10.1897 Assistenzarzt im Pathologischen Institut des Berliner Städtischen Krankenhausen am Urban

Dissertation: „ Kyphose und Kaiserschnitt“, 1897 in Berlin

Dr. Ernst Portner ließ sich 1921 nieder, bis zum Entzug der Kassenzulassung am 9.12.1938. Von 1938 bis 1945 war er als Krankenbehandler für Harnleiden zugelassen. Geschützt durch seine arische Ehefrau überlebte er den Krieg in Deutschland und emigrierte am 20.10.1946 nach Großbritannien.

 

Posner, Hans, Dr. med.

geb.:?

gest. :?

Approbation: 1907

Fach: Urologie/ Chirurgie

Adresse: : 1933, 35

Jüterbog, keine weitere Angaben

1936

Wiesbaden, Lanzstraße 4

Über Dr. Posners weiteres Schicksal ist nichts bekannt. Der Reichsmedizinalkalender verzeichnet noch das er Oberstabsarzt a.D. war.

 

Prager, Ernst

geb.: ?

gest. :?

Approbation: 1923

Fach: Urologie

Adresse: Yorkstraße 71

Ende 1933

Breslau, Kaiser- Wilhelm- Straße 91

Der Nachtrag des RMK 1933 vermeldet die Ausreise nach Palästina in der ersten Hälfte 1934.

 

 

 

Raff, Julius  San.Rat. Dr. med.

geb.: 9.3.1868 in Jebenhausen/Göppingen

gest. 12.11.1942 in Theresienstadt

Approbation: 1891

Fach: Urologie / Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 1 Sohn

Adresse: 1933

Augsburg, Grottenau D 202

1935, 37

Augsburg, Bahnhofstraße 18 ½

Tätigkeiten: 1892 Ausbildung in Berlin bei dem Spezialisten M. Joseph für Haut- und

               Geschlechtskrankheiten

               1893 – 96 Ausbildung in Breslau bei Jadasohn

Sanitätsrat Dr. Julius Raff wurde zusammen mit seiner Frau Paula am 6.8.1942 nach Theresienstadt deportiert, mit dem Transport II/22 ab München. Sein Todesdatum wurde am 12.7.1949 auf Beschluss festgelegt, seine Frau wurde weitertransportiert nach Ausschwitz- Birkenau, wo sie verstarb.

 

Rappaport, Moritz, ‚Dr. med.

geb.: ?

gest. : nach Juni 1934

Approbation:  1899

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Berlin- Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 116

 

Rauschmann, Max, Dr. med.

geb.: 26.6.1881 in Czarnikau/ Posen

gest. :20.10.1943 in Shanghai/ China

Approbation: 15.11.1910 in Berlin

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Berlin und Freiburg

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Schönhauser Allee 5

18.5.1943

Shanghai, Ghetto

Dissertation: „Das Carcinom beim Menschen unter zwanzig Jahren“, 1910 in Berlin

Dr. Max Rauschmann emigrierte im November 1938 nach Shanghai, nach dem Eintritt Japans in den Krieg, lebte er dort im Ghetto wo er auch 1943 verstarb.

 

Reinsberg, Leopold, Dr. med.

geb.: 15.10.1888 in Vasbeck/ Waldeck

gest. : 12.8.1952 in Sydney/ Australien

Approbation: 1915

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Studium: Würzburg und Berlin

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin- Neucölln, Kaiser- Friedrich- Straße 248

Dissertation: „Ueber das Vorkommen von Immunsubstanzen in den Erythrozythen (nachgewiesen bei Typhus)“, 1915 in Würzburg

Dr. Reinsberg wurde am 2.5.1938 die Kassenzulassung entzogen und am 6.5. des Jahres emigrierte er nach Australien.

 

Reis, Julius, Dr. med.

geb.: 7.8.1900 in Allendorf/ Kreis Biedenkopf

gest. :?

Approbation:  1925

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand:  verheiratet

Adresse: 1933

Offenbach, Straße der Republik 55

1935, 37

Offenbach, Kaiserstraße 55

Dr. Julius Reis zog erst 1931 aus Düsseldorf nach Offenbach zu. 1938 emigrierte er dann in die USA nach New York.

 

Reiter, Wilhelm

geb.:?

gest. :?

Approbation: 1931

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1935

Nowawes, keine weiteren Angaben

Wilhelm Reiter meldete sich 1936 ins Ausland ab, über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

 

Ries, Karl, San. Rat Dr. med.

geb.: 13.9.1868 in Stuttgart

gest. :? In Ramot Hashavim/Palästina

Approbation: 1893

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Konfession: 1929- 34 Mitglied des israelischen Gemeindevorsteheramtes Stuttgart

Adresse: 1933

Stuttgart, Sattlerstraße 14

1935

Stuttgart, Sattlerstraße 4

1937

Stuttgart, Kanzleistraße 1

Tätigkeiten: Ausbildung in Berlin, Wien, Dresden und London

Nachdem der Sanitätsrat Dr. Ries seine Approbation 1938 verlor emigrierte er nach Palästina, wo er sich in Ramot Hashavim niederließ.

 

Rodler, Karl, Dr. med.

geb.: ?

gest. :zwischen 1935 und 37

Approbation:  1903

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Adresse: 1933, 35

Nürnberg, Karolinenstraße 51

 

Rosenbaum, Ernst, Dr. med.

geb.: 27.12.1897

gest. : 20.5.1966 in New York/ USA

Approbation: 1922

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: Wohnung: 1933, 35

Berlin, Kleiststraße 39

             1956

New York City 5, West 86th Street

Dissertation: „Ein Fall von Fraktura supracondylica des Humerus durch Flexion“, 1922 in Breslau

Dr. Ernst Rosenbaum war während des Ersten Weltkrieges als Krankenpfleger in einem Lazarett tätig, doch wurde ihm 1933 kein Frontkämpferstatus zuerkannt. Im Januar 1934 wurde ihm seine Kassenzulassung entzogen. Darum ging er 1933 in die USA mit Zwischenstation in Großbritannien. 1936 erhält er die license. Dr. Rosenbaum war zertifiziert durch die American Board of Dermatology and Syphilogy, Mitglied des AMA, der Rudolf- Virchow- Medical Society und Fakultätsangehöriger des College of Medicine der New Yorker University, später war er sogar Assistent Clinical Professor für Haut- und Geschlechtskrankheiten.

 

Rosenbaum, Jermy, Dr. med.

geb.: ?

gest. : ?

Approbation: 1923

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Berlin- Charlottenburg, Kalkreuthstraße 12

Praxis 1933

Berlin- Neucölln, Schierkestraße 29

Ende 1933

Berlin- Wilmersdorf, Johannisberger Straße 8

Laut der Mitteilung des RMK emigrierte Dr. Rosenbaum Anfang 1934 nach Palästina, über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

 

Rosenberg, Paul, Dr. med.

geb.:15.9.1892 in Dransfeld

gest. :Oktober 1967 in Los Angeles/ USA

Approbation:  1920

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet in Mischehe

Konfession: Oktober 1934 aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten

Adresse: 1933

Hamburg, Glockengießerwall 20

1935, 37

Hamburg, Georgsplatz 4

Tätigkeiten: 1920- 21 an der Universitätskinderklinik Breslau

1921- 22 an der Universitätshautklinik Breslau

1922- 23 an der Universitätshautklinik München

1923- 24 an der Universitätshautklinik Göttingen

Dr. Paul Rosenberg emigrierte 1938 in die USA, wo er sich umbenannte ist Rost. In Los Angeles führte er wieder eine Praxis wie auch zuvor in Hamburg, wo er seit 1924 niedergelassen war.

 

Rosenberg, Walter, Dr. med.

geb.:15.2.1897 in Karlsruhe

gest. :?

Approbation: 1923

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Tätigkeiten: 1933, 35, 37

Karlsruhe, Douglasstraße 3

Zwischen 1937 und 1938 emigrierte Dr. Rosenberg in die USA.

 

Rosenberg, Willi, Dr. med.

geb.:?

gest. :?

Approbation: 1925

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Herford, keine weitere Angabe

Dr. Willi Rosenberg emigrierte zwischen 1933 und 1935 nach China, weiteres über sein Schicksal ist nicht bekannt.

 

Rosenburg, Albert, Dr. med.

geb.: 9.4.1890 in Karlsruhe

gest. :25.5.1935 in Mannheim durch Suizid

Approbation: 1914

Fach: Chirurgie/ Urologie/ Sportmedizin

Adresse: 1933

Mannheim, M 7,15

1935

Mannheim, S 1/5

 

Roseno, Alfred, Dr. med.

geb.: ?

gest. :?

Approbation: 1921

Fach: Chirurgie/ Urologie

Adresse: 1933

Köln, Wiethasestraße 62

1935, 37

Köln, Kaiser- Wilhelm- Ring 6

 

Rosenthal, Oskar, Geh. San. Rat Dr. med.

geb.: 25.12.1852 in Berlin

gest. : 27.4.1937 in Berlin

Approbation: 1876

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Berlin, Potsdamer Straße 121 h

1935

Berlin, Dörnbergstraße 7

1937

Berlin- Charlottenburg, Bismarckstraße 115

Tätigkeiten: 1878- 79 Ausbildung in Wien bei Hebra, Kaposi, Auspitz und Dittel und in Paris bei Besnier und Fournier

Der Geheime Sanitätsrat Dr. Rosenthal war Ehrenpräsident der Berliner Dermatologischen Gesellschaft.

 

Rothschild, Alfred, San Rat Dr. med.

geb.: ?

gest. : ?

Approbation: 1890

Fach: Urologie

Adresse: 1933

Berlin, Potsdamer Straße 94

1935

Berlin, Potsdamer Straße 84

1937

Potsdam, Seestraße 45

Das Gedenkbuch des Bundesarchivs gibt es einen Eintrag für einen Alfred Rothschild, wohnhaft in Potsdam. Er wurde am 23.12.1866 in Freiburg im Breisgau geboren, wurde am 3.Oktober 1942 mit dem Transport I/71 nach Theresienstadt deportiert und verstarb dort genau 2 Monate, am 3.12. später. Es ist noch nicht geklärt ob es sich dabei um den Urologen Dr. Rothschild handelt.

 

Rund, Eugen, Dr. med.

geb.: 22.3.1871 in Laurahütte/ Kreis Kattowitz

gest. : nach dem 18.5.1944 verschollen in Auschwitz

Approbation:  1896

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand:

Konfession

Studium: Berlin

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin Charlottenburg, Berliner Straße 130

Danach (um 1939)

Berlin- Wilmersdorf, Prager Straße 16

Berlin- Lichterfelde, Tietzenweg 54

1939

Berlin Kreuzberg, An der Jerusalemer Kirche 1

Um 1943

Berlin- Wilmersdorf, Prinzregentenstraße 4

Dissertation: „Febris hepatica“, 1895 in Berlin

Dr. Rund  musste am 13.3.1943 seine Vermögenserklärung abgeben und wurde am 17.3. mit dem Transport I/90 nach Theresienstadt deportiert, der sogenannte 4. Alterstransport, und von dort am 18.5.1944 mit Transport Nr. Eb-1607 nach Auschwitz verlegt, wo er als verschollen gilt.

 

Salomon, Oskar, San. Rat Dr. med.

geb.:2.2.1875 in Koblenz

gest. :17.10.1933 in Koblenz

Approbation: 1900

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Koblenz, Schloßstraße 42

Tätigkeiten: 1900- 02 Assistent an der Hautklinik Frankfurt a.M bei Herxheimer

1902- 03 Assistent an der Hautpoliklinik Berlin bei Blaschko

Sanitätsrat Dr. Salomon war während des Ersten Weltkrieges Stabsarzt und erhielt u.a. das Eiserne Kreuz II. Klasse und die Rot Kreuz Medaille. Bis zu seinem Tod war er Arzt am Rizza Krankenhaus in Koblenz.

 

Salomon, Oskar, Dr. med.

geb.: 21.9.1863 in Halle

gest. :18.9.1941 in Gera durch Suizid

Approbation:  1887

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Adresse: 1933, 35, 37

Gera, Adelheidstraße 12

Dr. Salomon begeht am 18.9.1941 zusammen mit seiner Ehefrau und seinem Sohn, einem Amtsgerichtsrat a.D. Suizid. Beigesetzt werden sie in der sogenannten „Ghettoecke“ des Ostfriedhofes.

 

Sauer, Hans von, Dr. med.

geb.: 20.6.1903 in Wien

gest. :30.11.1948 in Buffalo

Approbation: 1929

Fach: Urologie

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Studium: Leipzig, München, Wien und Berlin

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin- Halensee, Hektorstraße 5

Tätigkeiten: 1927- 33 Assistenzarzt in Berlin an der Chirurgischen Universitätsklinik

Dissertation: „Experimentalstudie ueber das Eindringen von Kontrastloesungen aus dem Nierenbecken in den Kreislauf“, 1929 in Berlin

Der gebürtige Österreicher Hans von Sauer war ein aktives Mitglied in der Berliner Urologischen Gesellschaft gewesen. Dr. von Sauer emigrierte mit seiner Familie in die USA, wo er weiter als Urologe tätig war und zertifiziert war durch die American Board of Urology. Bereits 1948 erlag er in Buffalo einem Herzleiden.

 

Schaaf, Georg, Dr. med.

geb.:?

gest. :?

Approbation: 1903

Fach:  Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Berlin, Martin- Luther Straße 98

Das weitere Schicksal von Dr. Georg Schaaf ist noch nicht geklärt.

 

Scharlam, Hendryk, San. Rat. Dr. med.

geb.: ?

gest. :?

Approbation: 1884

Fach: Urologie

Adresse: 1933, 35, 37

Breslau, Tauentzienstraße 69

Das weitere Schicksal von Sanitätsrat Dr. Scharlam ist ungeklärt, noch 1941 wird er in den Breslauer Adressbüchern verzeichnet.

 

Schattmann, Willy, Dr. med.

geb.: 24.3.1880 in Magdeburg

gest. :?

Approbation: 1906

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35

Magdeburg, Breiter Weg 21/22

1937

Berlin- Charlottenburg, Uhlandstraße 180

Tätigkeiten: 1906-08 Ausbildung an der Universitätsklinik in Breslau bei Neisser

1908-09 Ausbildung in Berlin bei Ledermann

Das Schicksal von Dr. Schattmann nach seinem Umzug nach Berlin ist unbekannt.

 

Schattmann, Willy Robert, Dr. med.

geb.: 24.3.1880 in Magdeburg

gest. :10.2.1951 in New York/USA

Approbation: 20.10.1906

Fach:  Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Berlin, Heidelberg und Halle/Saale

Adresse: 1933, 35

Magdeburg, Breiter Weg 21/22

1937 bis 1939

Berlin- Charlottenburg, Uhlandstraße 180

Tätigkeiten: 1906-08 Ausbildung in der Breslauer Universitätshautklinik bei Neisser

               1908-09 Ausbildung in Berlin bei Ledermann

Dissertation: „Trauma und Leukämie“, 1906 in Wittenberg

Dr. Willy Schattmann emigrierte über Schweden und Cuba am 6.1.1939 in die USA, wo er in New York lebte.

 

Schindler, Robert, Dr. med.

geb.: 27.6.1891 in Straßburg/Westpreußen

gest. :23.1.1989 in New York/USA

Approbation: 1917

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/ Sportmedizin

Studium: Berlin, Königsberg, Freiburg und München

Adresse: 1933, 35

Berlin, Potsdamer Straße 68

Nachtrag 1936

Berlin-Dahlem, Königin- Luise- Straße 38

Dissertation: „Über Metreuryse“, 1918 in Berlin

Nach seiner Emigration am 12.8.1936 nach New York/ USA, arbeitete er nach dem Erhalt seiner license im selben Jahr, als Röntgenarzt. Er war Mitglied der AMA und 1960 Assistant Secretary der Rudolf-Virchow- Medical Society.

 

Schirokauer, Hans, Prof. Dr. med.

geb.: 15.9.1878 in Breslau

gest. :22.5.1941 in Quito/ Ecuador

Approbation: 1902

Fach:  Urologie/ Innere Medizin

Familienstand: verheiratet

Studium:  Freiburg, München, Kiel und Breslau

Adresse: 1933, 37

Berlin, Lutherstraße 12

1935

Berlin- Neucölln, Geygenstraße 17

Tätigkeiten: Beratender Arzt für Urologie am Städtischen Krankenhaus in Berlin Moabit

Dissertation: „Der traubige Schleimpolyp der Cervix uteri“, 1902 in Breslau

1940 emigrierte Professor Schirokauer nach New York/ USA, doch es blieb nur eine Zwischenstation und er zog weiter nach Südamerika, wo er sich in Ecuador niederließ.

 

Schlein, Otto Joseph, Dr. med.

geb.:24.3.1880 in Laurahütte/ Oberschlesien

gest. : 3.10.1944 in Auschwitz

Approbation: 1920

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Studium: 1914 in Berlin, während des Ersten Weltkrieges unterbrochen, 1918 wiederaufgenommen

o   Adresse: 1933, 35, 37

Magdeburg, Breiter Weg 120

Tätigkeiten: 1921 Ausbildung bei Blaschko

1921-23 Assistent bei Carl Lennhoff an der Städtischen Hautklinik in Magdeburg

Dr. Schlein unterbrach sein Studium für den die Teilnahme am Ersten Weltkrieg, erst als Sanitätsgefreiter später nach bestandener ärztlichen Vorprüfung als Feldunterarzt. 1923 ließ er sich in Magdeburg nieder, neben seinem Beruf war er auch sozial und politisch (mit sozialistischen bzw. kommunistischen Orientierung) engagiert. Bis zur seiner Emigration 1936 wurde er viermal wegen aktiver KPD-Tätigkeit verhaftet. In den Niederlanden, sein Emigrationsziel approbierte und promovierte er erneut. Nach der deutschen Besetzung wurde er 1942 von der Gestapo verhaftet und im KZ Westerbork  vom 1.11.1943 bis zum 18.1.1944 interniert. Von dort ging es über Theresienstadt am 28.81944 nach Auschwitz, wo er zusammen mit seiner Frau und Tochter ermordet wurde.

 

Schmeidler, Heinz, Dr. med.

geb.:25.9.1896 in Königshütte

gest. : ?

Approbation: 1920

Fach:  Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Joachimsthaler Straße 9

Dissertation: „Die Behandlung der Frakturen einst und jetzt“, 1921 in Berlin

Dr. Schmeidler legte 1933 Beschwerde gegen den Entzug der Kassenzulassung ein, dem wurde stattgegeben. Im selben Jahr aber erneuter Versuch die Zulassung zu entziehen durch den Vorwurf der kommunistischen Betätigung, auch der scheiterte. Am 27.10.1937 folgte dann die Emigration nach Palästina von wo er weiter ging nach Kairo/ Ägypten. Später kehrt er wieder nach Deutschland zurück und ist im September 1956 wieder in Berlin gemeldet.

 

Schöndorff, Walter, Dr. med.

geb.: ?

gest. :?

Approbation: 1923

Fach: Urologie

Adresse: 1933, 35, 37

Düsseldorf, Gartenstraße 19

Das weitere Schicksal von Dr. Schöndorff ist nicht bekannt.

 

Schwarz, Otto, Dr. med.

geb.:24.7.1894 in Hamburg

gest. :April 1977 in Flushing/ Queens/ USA

Approbation: 1920

Fach: Uroloige

Familienstand: verheiratet

Studium: München, Berlin und Hamburg

Adresse: 1933

Berlin- Wilmersdorf, Konstanzer Straße 52

1935

Berlin- Wilmersdorf, Hohenzollerndamm 36

1937

Berlin, Bayrische Straße 29

Tätigkeiten:  1938 Leiter der urologischen Abteilung des jüdischen Krankenhauses in Berlin

Dissertation: „Über Carcinom in Divertikeln der Harnblase“, 1921 in Hamburg

Dr. Schwarz emigrierte in die USA und praktizierte nach dem Erhalt seiner license 1942 in Flushing/ Queens.

 

Schwarzschild, Ludwig Dr. med.

geb.:25.7.1899 in Schlüchten

gest. ?

Approbation: 1923

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Adresse: 1933

Bad Homburg, Kieseleffstraße 7

Tätigkeiten:1923- 26 Ausbildung an der Magdeburger Hautklinik

Dr. Ludwig Schwarzschild meldet sich bereits 1933 im Nachtrag zum RMK 33 nach Frankreich ab. In selben Jahr emigriert er mit seiner Familie nach New York/ USA. Er lässt sich dort auf der West End Avenue nieder und arbeitet eng mit dem Lennox Hill Hospital zusammen. 1941 gründet er mit seiner Familie das Camp Pine Cone in Tannersville/New York, ein Sommercamp für Kinder.

 

Schwerin, Alfred, Dr. med.

geb.:5.7.1895 in Aachen

gest. :Februar 1985 in New York/USA

Approbation:  1920

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Berlin

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Brunnenstraße 46

1941

Berlin, Solinger Straße 10

Dissertation: „Ueber Herpes zoster nach Nervenverletzungen“, 1921 in Berlin

Dr. Alfred Schwerin, seit 1920 niedergelassen, war 1941 als Krankenbehandler für Harnkrankheiten/ Urologie gemeldet. Im selben Jahr, am 8.6., emigriert er nach New York. Dort erhält er erst 1950 seine license und wird Mitglied der AMA und der American Trudeaut Society. Er arbeitete als Resident am District Tuberculosis Hospital in Lima/Ohio.

 

Schwerin, Paul, San. Rat Dr. med.

geb.: 26.12.1866 in Posen

gest. :2.10.1942 durch Suizid

Approbation: 1891

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Oranienstraße 66

Bis 1942

Wohnung: Berlin, Solinger Straße 10

 

Segall, Georg, Dr. med.

geb.:22.5.1877 in Meseritz

gest. :3.11.1947 in New York/USA

Approbation:  1901

Fach:  Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Berlin und Greifswald

Adresse: 1933, 35

Berlin, Genthiner Straße 19

1937

Berlin, Woyrschstraße 42

Tätigkeiten: 1902- 06 Ausbildung in Berlin bei O. Rosenthal

Dissertation: „Ueber einen Fall con congenitalem Defekt des ganzen rechten Musculus pectoralis“, 1901 in Greifswald

 

Siedner, Erich, Dr. med

geb.: 26.12.1888 in Lublinitz/ Oberschlesien

gest. :15.1.1979 in Tel Aviv/ Israel

Approbation: 1914

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium: Freiburg, München und Berlin

Adresse: 1933, 35

Berlin, Schillstraße 19

1940

Tel Aviv/ Palästina, Nathan Strauss St. 3

1942 und 48

Tel Aviv/ Palästina, Pinsker St. 13

Tätigkeiten: Assistenzarzt im Berliner St. Hedwigs Krankenhaus auf der urologischen Abteilung bei A. von Lichtenberg

Dissertation: „Beiträge zur Kenntnis der Lymphogranulomatosis“, 1915 in Berlin

Dr. Erich Siedner emigrierte bereits im November 1935 nach Palästina. Dort war er unter der Licence Nr. 2455 ab 1940 wieder als Urologe tätig.

 

Simonsohn, Alfred, Dr. med.

geb.:19.6.1878 in Marienburg/ Ostpreußen

gest. : 26.1.1935 in Offenbach

Approbation:  1903

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Adresse: 1933

Offenbach, Tulpenhofstraße 10

Dr. Simonsohn zog 1911 aus Berlin- Friedenau nach Offenbach.

 

Sklarz, Ernst, Dr. med.

geb.: 12.10.1894 in Oels/ Schlesien

gest. : 6.5.1975 in London/ Großbritannien

Approbation: 1919

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/ Röntgendiagnostik und -therapie

Studium:

Adresse: 1933, 35

Berlin- Charlottenburg, Schwarzburgallee 1a (privat)

Praxis 1933

Berlin, Karlstraße 21

1935

Berlin, Tauentzienstraße

Tätigkeiten: 1919- 20 Ausbildung am Allerheiligenhospital in Breslau auf der Gynäkologischen Abteilung

               1920 Ausbildung am Ambulatorium in Saalfeld

               1920- 23 Ausbildung am Berliner Rudolf-Virchow Krankenhaus auf der Dermatologischen Abteilung bei A.Buschke

               1923- 25 urologische Ausbildung

               1925- 33 Konsiliarius für Dermatologie und Urologie am Krankenhaus Berlin Neukölln

               1930-36 Direktor der Dermatologischen Abteilung der neuen Poliklinik am Berliner Alexanderplatz

               Ab 1935 Oberarzt am Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde Berlin, Spezialsprechstunde für Harnleiden

Dr. Ernst Sklarz emigrierte im September 1936 nach Großbritannien, von er 1937 sein Abschluß-Examen an der medizinischen Fakultät von Wales erneut ablegte. Im Februar 1938 wird er zum Dozenten der dermatologischen Pathologie am Krankenhaus für Hauterkrankungen in Blackfriars/ London ernannt. Später, ab 1953 bis 1962, leitet er die Dermatologische Abteilung des New Cross General Hospitals in London.

 

Spanjer- Herford, Richard, Dr. med.

geb.: ?

gest. : ?

Approbation:  1923

Fach: Urologie/ Chirurgie

Familienstand: verheiratet

Adresse: 1933

Braunschweig, Friedensallee 3

Die Todesanzeige für seinen Vater vom 26.3.1936 nennt ihn als in Tel Aviv lebend, genaueres ist aber bisher nicht geklärt.

 

Spiegel, Adolf, San. Rat Dr. med.

geb.:18.4.1869 in Lübbecke/Westfalen

gest. :14.11.1935 in Köln

Approbation: 1895

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35

Köln, Mohrenstraße 4

Tätigkeiten: 1894- 95 Ausbildung in Wien bei Kaposi, Neumann und Finger

1895- 96 Ausbildung in Hamburg

 

Spitzer, Rudolf, Dr. med.

geb.: 30.4.1894 in Breslau

gest. : 5.7.1985 in Israel

Approbation: 1919

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Breslau, Königsplatz 4

Tätigkeiten:  1919-22 Ausbildung an der Breslauer Universitätshautklinik bei Jadasohn

Dr. Rudolf Spitzer war während des Ersten Weltkrieges sowohl Soldat als auch als Sanitätspersonal um Spezialreserve Lazarett Liegnitz eingesetzt. 1938, nach der Reichspogromnacht, wurde er kurzzeitig wie viele andere auch inhaftiert. Nach der Entlassung aus dem KZ Buchenwald emigrierte er im März 1939 nach Palästina. Dort war er bis 1944 Büroangestellter und Zahlmeister bei der britischen Armee. Erst ab 1944 darf er in Palästina praktizieren. Er nahm bis 1975 eine Anstellung als Dermatologe bei der allgemeinen Krankenkasse wahr.

 

Sternglaß, Joseph, Dr. med.

geb.:1894

gest. : 18.2.1964 in Buffalo/New York/USA

Approbation: 1921

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Adresse: 1933

Berlin- Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 83

1935, 37

Berlin- Charlottenburg, Dahlmannstraße 8

1937

Berlin- Neukölln, Hermannplatz 9

Dr. Joseph Sternglaß wurde 1933 nach einer eingelegten Beschwerde als Frontkämpfer eingestuft. Der genaue Zeitpunkt seiner Emigration ist nicht bekannt, doch erhielt er 1941 seine amerikanische license. Er war als Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Buffalo und am Rosa Coplon Home and Infirmary tätig. Neben seiner Mitgliedschaft bei der AMA war er auch in der American Academy of Dermatology und Syphilology aufgenommen.

 

Strauß, Arthur Alex, San. Rat Dr. med.

geb.: 2.11.1864 in Halle/Westfalen

gest. :9.4.1940 in den Niederlanden durch Suizid

Approbation: 1891

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35

Wuppertal- Barmen, Unterdörner Straße 135

1937

Wiesbaden, Sonneberger Straße 42

Tätigkeiten: 1891 Ausbildung an der Med. Universitätsklinik Bonn

1891- 92 Ausbildung in Berlin bei Lassar und Nitze, in Hamburg bei Unna, in Wien bei Kaposi und von Frisch

Das Gedenkbbuch des Bundesarchives verzeichnet für den Santiätsrat Strauß eine Emigration in die Niederlande, wo er Suizid beging.

 

Strauß, Ludwig

geb.: ?

gest. :?

Approbation: 1927

Fach: Urologie/ Chirurgie

Adresse: 1933

Keine Angabe

1935

Breslau, Hohenzollernstraße 9

Tätigkeiten: Assistenzarzt am Israelischen Krankenhaus in Breslau

Im Reichsmedizinalkalender 1937 wird Ludwig Strauß nicht mehr verzeichnet, sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

 

Stutzin, Joseph, Prof. Dr. med.

geb.: 1878

gest. :1954

Approbation: 1904

Fach: Urologie/ Chirurgie

Studium: München, Giessen und Berlin

Adresse: 1933

Berlin, Kurfürstendamm 44

Tätigkeiten: Chirurgische und urologische Ausbildung in Breslau, Paris und Berlin

               Ab 1927 leitet er eine urologische Abteilung im Kaiserin Auguste Viktoria Krankenhaus

               Seit 1931 leitet er die Chirurgische Abteilung des Kaiserin Auguste Viktoria Krankenhauses

Dissertation: 1908 in Santiago in Spanien

Habilitation: 1924 in Spanien

Prof. Dr. Joseph Stutzin, der u.a. eine Privatklinik, meldete sich bereits Anfang 1934 aus dem RMK ab.

 

Treitel, Franz, Dr. med

geb.: 13.7.1874 in Berlin

gest. :?

Approbation: 17.6.1902

Fach:  Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/ Röntgendiagnostik und -therapie

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Studium: München

Adresse: 1933, 35

Berlin, Genthiner Straße 26

1937

Berlin- Lichtenberg, Kielblockstraße 6

1939

Berlin- Prenzlauer Berg, Neue Königstraße 10

Dissertation: „Beiträge zur Aetiologie der akuten gelben Leberatrophie“, 1902 in München

Dr. Franz Treitel war seit Juli 1919 Spezialarzt für Haut- und Harnwegserkrankungen und war nach dem Entzug seiner Kassenzulassung am 9.12.193 als Krankenbehandler ansässig. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

 

Wallfisch, Herbert, Dr. med.

geb.: 18.8.1884 in Breslau oder Berlin

gest. :1942 im KZ im Osten

Approbation: 1912

Fach:  Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: ledig

Adresse: 1933

Breslau, Friedrich- Wilhelm- Straße 6

1935, 37, 39

Breslau, Steinstraße 9a

Tätigkeiten:  1912- 18 am Allerheiligen- Spital Breslau auf der Dermatologischen Abteilung

Dr. Wallfisch verbrachte das letzte Jahr vor seiner Deportation in der Jüdischen Wohnungsgemeinschaft Grüssau in Schlesien. Über sein Schicksal im KZ ist nichts genaueres bekannt.

 

Weil, Walter, Dr. med.

geb.:8.8.1893 in Braunschweig

gest. :?

Approbation: 1920

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet

Studium: München

Adresse: 1933, 35, 37

München, Sonnenstraße 24

Tätigkeiten: 1920- 24 Ausbildung an der Hautklinik München bei von Zumbusch

Dissertation:10.2.1921

Dr. Weil war seit 1921 in München niedergelassener Arzt und führte seine Praxis bis zu seiner Emigration am 20.8.1938 in die USA. Einen Monaten später wurde ihm in Deutschland die Approbation entzogen. In Amerika praktizierte er weiter und war daneben auch in der dortigen Jüdischen Gemeinde aktiv.

 

Weile, Friedrich Ludwig, Dr. med.

geb.: 9.7.1896 in Berlin

gest. : 29.11.1966 in Hadera/ Israel

Approbation:  1921

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Adresse: 1933

Berlin, Manteuffelstraße 56

1935, 37

Berlin, Dresdener Straße 8

1938 bis 1966

Hadera/ Israel, Rothschild Blvd

Dissertation: „Ueber die Entwickelung und den heutigen Stand der Kenntnisse von der Aetiologie der Arteriosklerose mit besonderer Berücksichtigung der experimentellen Forschung“, 1921 in Berlin

Dr. Weile besaß bereits seit 1935 eine gültige license (Nr. 2566) für Palästina, die er regelmäßig verlängerte. Doch erst im März 1938 entschließen er und seine Familie sich für die endgültige Emigration nach Palästina. Anfang des Monats wurde ihm die Kassenzulassung entzogen. In Palästina praktizierte er weiter als Facharzt und engagierte sich im Magen David Adom.

 

Weimann, Arthur, Dr. med.

geb.: 10.8.1892 in Alzey/ Rheinhessen

gest. :?

Approbation: 1917

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/Röntgendiagnostik und

–therapie

Adresse: 1933, 35

Saarbrücken, Bahnhofstraße 62

Tätigkeiten: 1919- 20 Ausbildung in Köln bei Dreyer

1921 Ausbildung in der Hautabteilung des Bürgerhospitals Saarbrücken

Dr. Weinmann emigrierte im Dezember 1935 nach Straßburg/ Frankreich. 1957 stellt er einen Antrag auf Wiedergutmachung.

 

Wertheim, Siegmund, Dr. med.

geb.: 6.8.1879 in Kirtorf/ Hessen

gest. :18.4.1962 in Johannesburg/ Südafrika

Approbation: 1903

Fach: Urologie/ Chirurgie

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Konfession: bis 11.9.1933 Mitglied der Jüdischen Gemeinde Hamburg

Studium: Gießen und Berlin, 1905 britisches Medizinexamen in Edinburgh

Adresse: 1933

Hamburg, Colonaden 45

Bis 1933 privat

Hamburg- Harvestehude , Mittelweg 121

Tätigkeiten: Volontär am Hamburger Tropeninstitut

Bis 1911 in Singapur tätig

Ab Mitte 1912 chirurgischer Assistent an der Uniklink in Straßburg

Ab 1914 stellvertretender Direktor des Landeskrankenhauses Coburg

Seit Juli 1914 ehrenamtliche Leitung der chirurgischen Abt. des Vereins- Lazarettes des Roten Kreuzes Coburg für 7 Monate

Dr. Wertheim ging nach seinem Studium nach England, wo er sein britisches Examen ablegte und dann in der britischen Kronkolonie Singapur arbeitete. Er kehrte zur Ableistung seiner Militärdienstzeit 1911 nach Deutschland zurück. Während des Ersten Weltkrieges war er erst als unabkömmlich eingestuft, kam aber auf eigenen Wunsch 1915 an die Front, wo er u.a. als Sanitätskompanieführer eingesetzt wurde. Nach dem Krieg ließ er sich 1919 in Hamburg nieder, wo er neben seiner Praxis auch Belegbetten im Jerusalemkrankenhaus in Eimsbüttel hatte. Neben seiner Arbeit war er u.a. Mitglied der jüdischen Loge „B’nei B’rith“ und des Ost-Asiatischen Verein Hamburg- Bremen. Bereits im Juli 1933 emigrierte Dr. Wertheim mit seiner Familie, da sein freiwilliger Militärdienst nicht für den Frontkämpferstatus anerkannte wurde. Durch sein englisches Diplom konnte er bald wieder als Urologe bis zum 1.7.1952 praktizieren. Doch bereits am 3.11.1953 beginnt er gegen ärztlichen Rat wieder zu arbeiten, da er finanziell nicht über die Runden kam, er wurde Assistenzarzt auf der Unfallstation des Edenvale Hospitals.

 

Wertheimer, Georg Alexander Leopold, Dr. med.

geb.: 13.1.1897 in Mannheim

gest. : ?

Approbation: 1922

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Mannheim O 7, 8

Tätigkeiten: 1920 Ausbildung an der Hautklinik München

1921- 22 Ausbildung an der Charité- Hautklinik Berlin

Dr. Wertheimer emigrierte 1934 nach Brasilien und war 1962 in Rio de Janeiro wohnhaft.

 

Wieler, Adolf

geb.: ?

gest. : ? in Chicago

Approbation: 1911

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Stuttgart, Königstraße 70

Adolf Wieler emigrierte in die USA, wo er später in Chicago verstarb.

 

Wiener, Kurt, Dr. med.

geb.: 6.9.1891 in Liegnitz

gest. :6.5.1960 in Milwaukee/Wisconsin/ USA

Approbation: 1915

Fach:  Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Studium:  1910-15 in Breslau

Adresse: : 1933, 35, 37

Breslau, Blücherplatz 3

Tätigkeiten: 1919-21 Ausbildung an der Universitätshautklinik Breslau bei Jadasohn

               Privatpraxis und Leitung der Geschlechtskrankenfürsorge in Breslau

Dr. Wiener war aktiver Teilnehmer des Ersten Weltkrieges gewesen und war mehrfach militärisch ausgezeichnet, u.a. das Eiserne Kreuz I. & II. Klasse und der Eiserne Halbmond, eine Auszeichnung des osmanischen Reiches. 1936 emigrierte er nach Milwaukee in die USA und praktizierte ein Jahr später wieder. Die Mitteilung des Breslauer Archivs gibt allerdings an, das er noch bis 1940 in Breslau gemeldet war, in der Dahnstraße 26.  In Milwaukee erkrankt Dr. Wiener an chronischer Leukämie, woran er schließlich verstirbt.

 

Wohlauer, Erich Josef

geb.: 31.5.1898 in Breslau

gest. :6.12.1941 in New York/USA

Approbation: 1922

Fach: Urologie/ Chirurgie

Familienstand: verheiratet, 1 Tochter

Studium: Breslau

Adresse: 1933, 35, 37

Hamburg, Esplanade 6

1941

New York, 895 Westend Avenue

Tätigkeiten:1922 Ausbildung am Lichtenberg’schen Krankenhaus in Berlin

Seit 1927 als Vertrauensarzt der Hamburger AOK vertretungsweise und

Seit 1.11.1930 bis 1.6.1933 mit Vertrag dort angestellt nebenamtlich

Dissertation: „Das Gallenstein-Ileus und seine Frühdiagnose“, 10.4.1922 in Breslau

Dr. Erich Wohlauer war seit 1926 als Facharzt für Chirurgie, Nieren- und Blasenkrankheiten in Hamburg niedergelassen, außerdem hielt er Vorträge für den Reichsverband für Geburtenregelung und Sexualhygiene und war Vertrauensarzt bei der AOK. Nach 1933 blieb ihm nur noch seine stark rückläufige Praxis, die er noch bis Dezember 1933 führte. 1936 entschließt er sich zu emigrieren, u.a. hat er ein Empfehlungschreiben von einem Oberarzt aus dem Klinikum Eppendorf, Dr. E. Roedelius, der seinen urologischen Schwerpunkt betont. Am 12.1.1937 wird ein „Heimatschein“ ausgestellt und emigriert über Holland nach New York. Dort praktiziert er am 1938 als Allgemeinpraktiker. 1940 wird sein in Deutschland gesperrtes Vermögen konfisziert.

 

Wohlauer (Wolter) Richard, San. Rat Dr. med.

geb.: ?

gest. :?

Approbation:  1891

Fach: Urologie

Adresse: 1933, 35

Berlin- Halensee, Kurfürstendamm 140

1937

Berlin- Charlottenburg, Berliner Straße 53

 

Wolff, Gerhard, Dr. med.

geb.: 5.7.1890 in Berlin

gest. :18.5.1975 in Haifa/Israel

Approbation: 1914 in Freiburg

Fach: Urologie/ Chirurgie

Familienstand: verheiratet

Studium: Berlin und Freiburg

Adresse: 1933

Berlin, Ettinger Straße 89

1935

Berlin, Brunnenstraße 51

1937

Berlin, Augsburgerstraße 12

Bis 22.12.1938

Berlin-Moabit, Bredowstraße 32 beim Bruder

Dissertation: „Entwicklung der Technik sowie eigene Erfahrungen über die Abderhaldensche Schwangerschaftsreaktion mittels des Dialysierverfahrens“, 1914 in Freiburg

Dr. Gerhard Wolff ging am 23.12.1938 nach Shanghai/ China, dort überlebte er den Krieg. Ende der 40er Jahre ging er mit seiner Familie nach Haifa/ Israel.

 

Wolff, Moritz, San. Rat Dr. med.

geb.:17.6.1875 in Mohrin

gest. : zwischen 1933- 35 in Stettin

Approbation: 1898

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933

Stettin, Mönchenstraße 23

Tätigkeiten:1898 - 1900 Ausbildung in Berlin, Breslau und Frankfurt a.M.

 

Wolffenstein, Walter, Dr. med.

geb.: 20.5.1885 in Berlin

gest. :?

Approbation: 1911

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/ Röntgendiagnostik und -therapie

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Studium: Berlin

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin, Kurfürstendamm 46

Dissertation: „Ueber die Epilepsie der Pubertätszeit“, 1911 in Leipzig

Dr. Wolffenstein emigrierte 1938 nach Polen und von dort weiter, denn 1942 wird er als in Mandschuko ansässig verzeichnet.

 

Wollenberg, Heinz, Dr. med.

geb.: 30.3.1882 in Posen

gest. :11.7.1942 in Berlin

Approbation: 1908

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet in Mischehe

Konfession: konvertierte zum Evangelischen Glauben

Studium: München

Adresse: 1933, 35, 37, 39

Berlin- Schöneberg, Grunewaldstraße 24

1941

Berlin, Nettelbeckstraße 26

Danach

Berlin; Müchener Straße 49

Dr. Wollenberg war seit 1939 Krankenbehandler. Der seit Juni 1919 niedergelassene Facharzt war durch seine Mischehe einer der privilegierteren Berliner Urologen, da ihn nicht alle anti-jüdischen Verordnungen in der gesamten strenge betrafen.

 

Zehden, Arthur, Dr. med.

geb.:15.8.1882 in Berlin

gest. : ?

Approbation: 1906

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Adresse: 1933, 35, 37

Berlin- Charlottenburg, Kantstraße 135

Tätigkeiten: 1908- 14 Ausbildung an der Berliner Charité unter Lesser

               1919-20 Ausbildung an der Berliner Charité unter Arndt

Über das Schicksal von Dr. Zehden ist noch nichts Genaueres bekannt

 

Zippert, Ludwig, Dr. med.

geb.: 1.11.1865 in Lautenburg

gest. :?

Approbation: Juni 1892

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten

Familienstand: verheiratet, 1 Kind

Studium: Berlin

Adresse: 1933

Berlin, Uhlandstraße 29 (Privat)

Ambulatorium: Friedrichstraße 169 (auch 1935)

1935

Berlin- Charlottenburg, Niebuhrstraße 77

1937

Berlin, Friedrichstraße 73

Dissertation: „Ein mit crises gastriques beginnender Fall von Tabes dorsalis, compliciert durch Hysterie“, 1889 in Berlin

Dr. Zippert emigriert am 14.4.1939 nach London/ Großbritannien.

 

Zweig, Ludwig, Dr. med.

geb.: 19.1.1883 in Dortmund

gest. :?

Approbation: 1909

Fach: Urologie/ Haut- und Geschlechtskrankheiten/ Röntgendiagnostik/ Knappschaftsarzt

Adresse: 1933

Dortmund, Ludwigstraße 3

1935, 37

Dortmund, Brückstraße 44

Tätigkeiten: Ausbildung an der Charité Berlin und an der Hautklinik der Städtischen  Krankenanstalten Dortmund

Dr. Zweig emigrierte am 19.81939 nach Santiago de Chile/ Chile



 




 


 

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